Superlernen, die Rattenfänger der Neuroökonomie und warum Gehirnjogging Unfug ist: Wenn die Birne leuchtet, lernen wir nicht besser – Ein Profihirn zeigt wenig Aktivität
Anders sehe es mit der instrumentellen Konditionierung aus. Hier würde man Verhaltensweisen und Erfahrungen auf nachhaltige Vorteile überprüfen. Es handele sich um Rückkopplungs-Lernprozesse. „Man kann mit einem Bestrafungsparadigma sehr schnell einen Lernprozess in Gang bringen und auch zu einem asymptotischen Niveau bringen, also einem hohen Niveau, wo diese Aufgabe gelöst wird. Das ist jedem geläufig: Gebranntes Kind scheut das Feuer. Das geht wahnsinnig schnell. Nur will man mit dieser Erkenntnis nichts mehr zu tun haben, weil man unangenehme Erfahrung damit verbindet. Macht man das Ganze aber mit Belohnungslernen, geht die Sache zwar viel langsamer und führt aber auch zu demselben Niveau“, führt Scheich aus.
Mit einseitiger Belohnung oder Bestrafung könnten die Ergebnisse nie hundertprozentig werden. „Das heißt also, Sie können noch so sehr belohnen, es bleibt immer eine Differenz zu einer optimalen Performanz übrig. Eine Restdifferenz von Nichtvertrauen, die das Ganze immer gefährdet. Sie können diese Belohnungen weglassen, und das Hirn merkt sich wahnsinnig schnell, dass kein Vorteil mehr bei der Sache besteht, das könnte beispielsweise passieren, wenn irgendwas mit mehr Vorteilen kommt oder wenn Zweifel daran aufkommen lässt, dass die Belohnung überhaupt eine Belohnung war. Dann gibt es eine Extinktion, das heißt also das Verhalten fällt sofort wieder in kurzer Zeit auf Null zurück. Interessant ist bei der ganzen Betrachtungsweise, dass die Mischung von Belohnung und Bestrafung, das heißt Vorteile und Nachteile nicht etwa dazu führt, dass die Sache auf Null fällt, sondern zu einem Superlernen führt. Wenn Sie jeden positiven Umgang belohnen und jeden negativen Umgang bestrafen, dann gibt es hundert Prozent Performanz in ganz kurzer Zeit. Man vergisst das praktisch nie mehr. Das ist das perfekte System, um irgendetwas anzutrainieren“, empfiehlt der Neurobiologe. Allerdings müsse es eine positive Bilanz von Belohnungen geben. Wenn diese Art von Dynamik auftritt, dann könne man das Superlernen erreichen.
Wichtig sei auch das interne Belohnungssystem des Gehirns. Es werde der Neurotransmitter Dopamin ausgeschüttet. „Das Dopamin hat eine zweifache Wirkung: Es gibt ein gutes Gefühl, wenn Sie Erfolge haben. Der zweite Effekt ist noch viel wichtiger: die Erinnerung. Wir erleben enorm viele Dinge, die wir in unseren Kopf schnüren und nicht alles bleibt im Langzeitgedächtnis haften. Die Umsetzung vom Kurzzeitgedächtnis ins Langzeitgedächtnis wird über das Dopamin gesteuert“, so Scheich. Erfolg mache Spaß, da unterscheiden sich Menschen und Mäuse nicht. Dabei könne sich ein Überflieger, der beim ersten Versuch auf die Lösung kommt, genauso freuen wie ein minder Begabter, der mehr Anläufe benötigt. Es komme darauf an, sich die richtigen Ziele zu setzen. „Die Stimmungsaufheller wirken direkt auf die Gedächtnisbildung. Das hilft uns, eine Erfolgsstrategie automatisch abzuspeichern. Der Zusammenhang gilt auch umgekehrt: Wir behalten emotional gefärbte Erlebnisse besser als neutrale. Der erste Schultag, die große Liebe oder der Tod eines Freundes prägen sich uns tiefer ein als jede Mathe-Formel. Wem es auf der anderen Seite gelingt, trockenen Lernstoff mit Emotionen oder Sinn zu verknüpfen, wird ihn besser memorieren. Die Telefonnummer 14921960 etwa setzt sich aus dem Jahr der Entdeckung Amerikas und der Olympischen Spiele in Rom zusammen“, berichtet die Zeitschrift Focus.
Auch ausreichende Ruhepausen zwischen den Lektionen seien für das Funktionieren des Langzeitgedächtnisses unerlässlich. „Inhalte, die dauerhaft in unserem Gehirn verankert werden sollen, erfordern einen grundlegenden Umbauprozess an den Nervenzellen, der mindestens 24 Stunden in Anspruch nimmt. Kommen neue Informationen zu schnell hintereinander, konkurrieren ihre Inhalte und löschen sich aus“, so Focus. „Ohne Pausen“, erklärt Scheich, „wissen die Neuronen nicht mehr, was sie speichern sollen.“ Visueller Müll aus Fernseher und Computerspiel oder aufwühlende Erlebnisse würden das Langzeitgedächtnis blockieren. Was als Ablenkung gedacht sei, kommt im Speicher als Störsignal an.
Warnungen spricht Professor Scheich beim Modethema Neuroökonomie aus: „Man sollte sehr misstrauisch sein gegenüber den Weisheiten, die aus diesem Bereich kommen und zwar insbesondere wenn sie über die Macht der Bilder erzielt werden. Fast alle Medien würden zur Zeit Bilder der Kernspintomographie veröffentlichen. Da taucht ein Fleck im Gehirn auf, also muss das irgendwas bedeuten“, so Scheich. Da gebe es sehr viel Rattenfängerei. Es sei einfach nicht richtig zu glauben, wenn die Birne aufleuchtet und die Aktivierung im Gehirn größer wird, ein besserer Zustand des Gehirns erreicht werde. Im Gegenteil: „Große Aktivierung im Gehirn bedeutet Unsicherheit des Gehirns. Wenn Sie Aufgaben untersuchen, wie sie gelöst werden, von unsicherem Status bis zum Profi, dann finden Sie eine negative Korrelation mit der Größe der Hirnaktivierung. Der Profi setzt eigentlich nur noch seine spezifischen Mechanismen für etwas ein“, so der Hinweis von Scheich. Gehirnjogging mit riesiger Hinaktivierung nachzuweisen, sei Unfug. Die kleine Aktivierung, die beim scharfen Nachdenken von einem Profi produziert werde, das ist die eigentliche Aktivierung, die richtig ist.
2 comments Juli 2, 2009
Chemie-Lernworkshop – Sommerbeschäftigung
Themen der Nachprüfung meines Sohnes im Fach Chemie
1. Ionen
Voraussetzungen:
Ionenbindung, Kationen und Anionen, Ableitung der Verhältnisformeln für Salze, Redoxreaktionen, Elektronegativität;
Themen:
Die galvanische Zelle (Aufbau, Vorgänge), Redoxreihe der Metalle (edel/unedel),
Zink-Kohle Batterie und Alkali-Mangan-Batterie, Blei-Akkumulator.
2. Kohlenstoffatom
Voraussetzungen:
Elektronenpaarbindung, Vierbindigkeit des Kohlenstoffs, Bindungswinkel am C-Atom;
Themen:
Benennung und Bau der Kohlenwasserstoffe, Löslichkeitseigenschaften der Kohlenwasserstoffe im Vergleich zum Wasser; Benennung von Isomeren der Alkane, Alkene und Alkine.
Hat jemand Anregungen für den Workshop, Übungsaufgaben, Literatur, didaktisches Vorgehen etc.?
6 comments Juli 2, 2009
ZDF-WISO: Bankberatung auch in Krisenzeiten desaströs – Sparda-Bank in Köln empfiehlt kurz laufende Rentenversicherungen – Verbraucherzentrale kritisiert Orientierung an hohen Provisionen – Kundengewinnung nach dem LEO-Prinzip: Leicht erreichbare Opfer
Der Kundenwunsch: Eine sorgfältige Beratung, wie man das Erbe am besten anlegen kann. Das Anlageziel: ist noch etwas unklar – das Geld soll für das Alter zur Verfügung stehen. Die Risikobereitschaft: eher sicher, bereit mit kleinem Anteil mehr Risiko einzugehen (10.000 Euro). Das Testergebnis ist desaströs. So gelingt es nur einem von 25 Bankberatern, den finanziellen Hintergrund eines möglichen Kunden auszuleuchten und dann auch richtig zu beraten. „Ich bekomme täglich einiges an Falschberatung auf den Tisch. Trotzdem ist es bestürzend, dass von 25 Beratern tatsächlich 24 schon im Ansatz scheitern”, kommentiert Arno Gottschalk, Finanzexperte der Verbraucherzentrale Bremen, das Ergebnis. Bankmitarbeiter berichten, dass die Krise intern nicht thematisiert wird. Sie sollen verkaufen, was die Unternehmensleitung für gut befindet.

Fragwürdige Beratungsleistungen beim WISO-Test

Wie kommen solche Ranglisten zustande????
Bei der Sparda-Bank in Köln sollte sogar für den abzulösenden Kredit (in vier Jahren) und dem Wunsch, ein Auto zu kaufen (in sechs Jahren), kurz laufende Rentenversicherungen abgeschlossen werden. Dabei wurden Renditen von rund drei Prozent pro Jahr in Aussicht gestellt, nicht aber garantiert. Für Arno Gottschalk von der Verbraucherzentrale Bremen ist die Empfehlung von Rentenversicherungen kein Wunder, denn hier werden hohe Provisionen gezahlt. Finanzexperten sehen die Provisionsgeschäfte als Grundübel der aktuellen Krise. Kunden würden nach dem LEO-Prinzip gewonnen: „Leicht erreichbare Opfer“. Die Bankberater sollten daher persönlich haften für falsche „Empfehlungen“.
„Eine Rentenversicherung ist das klassische Produkt, bei dem man eine hohe Provision verdienen kann. Es ist nach wie vor eher undurchsichtig und für denjenigen, der Geld anlegen soll, schwer verständlich”, kritisiert Arno Gottschalk.
Für den Verbraucherzentrale Bundesverband ist das Ergebnis ein Alarmsignal: „Von einem Umdenken in der Bankenbranche ist nichts zu sehen. Es wird weiter am Bedarf vorbei verkauft. Die Risiken der empfohlenen Produkte werden verschwiegen”, so Manfred Westphal, Leiter des Fachbereichs Finanzdienstleistungen. “Den politischen Absichtserklärungen, die Finanzmärkte und die Finanzvermittlung stärker zu regulieren, müssen bald Taten folgen. Die Zeit zum Handeln ist längst überfällig.”
Eure Erfahrung mit Bankberatern würde mich interessieren. Märkte sind Gespräche und Banken scheuen die Öffentlichkeit, wie der Teufel die Seligsprechung.
23 comments Juli 1, 2009
Topsy, Crowdeye, Hunch oder Eyeplorer: Auf der Suche nach der Suchmaschine von morgen
Anders als in den vergangenen Jahren, in denen auch qualitativ hochwertige Suchdienste wie Ask.com beharrlich ignoriert wurden, scheint die Bereitschaft zu wachsen, bei Suchmaschinen sich auf etwas Neues einzulassen. Das schreibt Spiegel-Online-Redakteur Frank Patalong: „Was auch daran liegen könnte, dass wahrgenommen wird, dass Google nicht in jeder Hinsicht das Rad erfunden hat. So wird eifrig über die Entwicklung einer Twitter-Suchmaschine im Hause Google spekuliert. Die müsste dann aber wohl gegen den Twitter-Suchdienst CrowdEye.com des langjährigen Microsoft-Suchdienstentwicklers Ken Moss antreten“. Moss sei kein Frühstarter.
„Längst haben sich mit OneRiot http://www.oneriot.com und Topsy http://topsy.com zwei Twitter-Suchdienste etabliert. Der Vorgang ist typisch: Erst, wenn sich die Großen bewegen, entsteht auch Aufmerksamkeit für die Leistungen der Kleinen. Während die Tech-Presse erneut über semantische Suche diskutiert, probieren Dienste wie Hunch.com neue Ansätze, das Web intelligenter zu erschließen. Hunch versucht, Suchanfragen durch thematische Einengung näher zu definieren, um zu treffsichereren Ergebnissen zu kommen. Mitunter klappt das ganz prächtig und zeigt viel Potenzial, mitunter grenzt es an Realsatire“, so Patalong.
Die Inhalte im World Wide Web wachsen allerdings mit einer schnellen Geschwindigkeit. In Zukunft werde eine Indexierung immer schwieriger, selbst wenn man neuartige Methoden auf Basis von semantischen Verbindungen oder künstlicher Intelligenz auf den Markt bringt, meint Björn Behrendt, Geschäftsführer der Wissenscommunity Hiogi. „Wirklich mächtige Suchmaschinen können meiner Ansicht nach erst dann entstehen und Zusatznutzen stiften, wenn sich die Spezifikationen des World Wide Web Consortium (W3C) in der Breite durchsetzen. Mit anderen Worten müssen die großen Softwareanbieter bei der programmiertechnischen Kennzeichnung semantisch verwertbarer Inhalte eine Vorreiterrolle übernehmen“, erklärt Internetexperte Behrendt.

Neue Dienste durchs mobile Internet
Impulse erwartet Sprachdialogexperte Lupo Pape vom mobilen Internet: „Das mobile Internet ist erst in Ansätzen erkennbar. Da ist vor allen Dingen in Europa noch sehr viel Marktpotenzial vorhanden. So kann niemand vorhersagen, was passiert, wenn beispielsweise ortbasierte Services auf auf Web 2.0-Communities treffen. Natürlich hat das eine enorme Sprengkraft wenn Giganten wie Apple, Google, Microsoft und Nokia aufeinander treffen und gleichzeitig noch Heerscharen von Applikationsentwicklern auf deren freigegebenen Plattformen innovative Dienste für den mobilen Nutzer entwickeln und täglich neue Dienste auf den Downloadcharts vom Apple-Store oder OVI stehen“, erläutert Pape, Geschäftsführer von SemanticEdge in Berlin.
Die Innovationsgeschwindigkeit verlaufe zur Zeit ungehemmt, keiner weiß, wo das hinführen wird und wie sich unser Leben und wie sich insbesondere auch die Wertschöpfungsketten in der Wirtschaft verändern werden. „Interessant ist, dass trotz der ganzen Vielfalt der Software, Hardware und Anwendungen, die sich dahinter verbergenden Nutzungsszenarien der Endverbraucher meist sehr einfach bleiben: ‚Wo ist der nächste Fahrradladen?’; ‚Welche Freunde sind gerade in der Nähe?’; ‚Wie gut ist der Inder dort an der Ecke?’; ‚Gibt es die Kamera noch irgendwo billiger?’“, so der Sprachdialogexperte Pape. Das seien Nutzungsszenarien, die nach einer Spracherkennung und einem Sprachdialog geradezu schreien.
„Wenn es gelingt, den Sprachdialog in die mobilen Anwendungen einzubinden, dann wird die ganze Entwicklung noch einmal eine neue Dimension bekommen. Spracherkennung und Sprachdialog werden auch der Schlüssel dafür sein, Bevölkerungsgruppen an der Entwicklung teilhaben zu lassen, die von der neuen Technologie bisher ausgeschlossen sind“, resümiert Pape. Das müssten die großen Anbieter in ihren Strategien für das mobile Internet berücksichtigen.
Add comment Juni 30, 2009
Sprachcomputer brauchen mehr Dialogintelligenz – Warum Tonwahlsysteme nerven

Kundenfrust bei klassischen Sprachcomputern
Sprachautomaten brauchen daher eine sehr ausgefeilte Dialogintelligenz. Davon ist Lupo Pape, Geschäftsführer von SemanticEdge in Berlin, überzeugt. Sprachsysteme sollten nicht nur die Fähigkeit besitzen zu sprechen, sondern müssten sich auch auf das Gesagte einstellen können. Der Anrufer gibt Anweisungen oder stellt Fragen, die vom Computer befolgt oder beantwortet werden. Noch weiter gehen Entwicklungen, die den Anrufer erkennen, seine Emotionen heraushören und sich entsprechend anpassen können. „Die Personalisierung der Dialogsysteme ist ein wichtiger Schritt, um Kundenwünsche vorausahnen zu können auf Basis der Kundendaten. Dann sind differenzierte Services und Auskünfte möglich, je nachdem wer, wann und wo anruft“, erläutert Pape. Der Dialog laufe dann wie folgt: Hallo Herr Herrmann! Oh! Ich sehe, dass Sie in letzter Zeit mehrfach versucht haben sich einzuwählen. Möglicherweise haben Sie Probleme mit…

Von der Sprachsteuerung zum persönlichen Assistenten
4 comments Juni 29, 2009
Management-Versager sollten keine Finanzhilfen bekommen – Staat belohnt falsche Wirtschaftsmentalität
„Alle diese Anfragen landen vor dem sogenannten Lenkungsausschuss. Das ist ein Gremium, dem mit dem Staatssekretär Walter Otremba ein Vertreter des Wirtschaftsministeriums vorsitzt. Damit aber wird die staatliche Hilfe zum Politikum. Und es gehört nicht viel dazu, um sich im Vorwahlkampf auszumalen, dass die Hilfen für Unternehmen von den Spitzen der großen Koalition auch unter politischen Aspekten verteilt werden könnten“, warnt der Mittelstandspräsident. Die innere Machtbalance der Koalition könnte eine Rolle spielen, der wählerwirksame Erhalt von Arbeitsplätzen. „Die Gefahr ist also groß, dass Geld auch an solche Unternehmen fließen wird, die sich durch Missmanagement und eigenes Fehlverhalten selbst in die Krise manövriert haben. Unternehmen wie Schaeffler und vor allem auch Porsche sind Beispiele dafür. Wer sich mit hoch riskanten Börsenspekulationen einfach verzockt hat, um gewagte Firmenübernahmen zu finanzieren, der muss eben auch das Risiko tragen, wenn es am Ende schief geht und nicht der Steuerzahler“, so Ohoven.
Viel besser wäre es, auf das moderne Insolvenzrecht zu setzen. Das habe in der gegenwärtigen Lage einen doppelten Nutzen: „Es zielt darauf ab, die wettbewerbsfähigen Teile von Unternehmen zu erhalten – und so auch die Beschäftigung zu sichern. Und es schützt die Gemeinschaft der Steuerzahler davor, für die Fehler einzelner Unternehmen bluten zu müssen“, resümiert BVMW-Präsident Ohoven.
Zudem dürfe vom Staat nicht die falsche Wirtschaftsmentalität belohnen. Darauf hat der Regisseur Dieter Wedel in der TV-Sendung „THADEUSZ“ hingewiesen. „Ich wollte im Film ‚Der große Belheim’ erzählen, dass ein Riesenunterschied besteht zwischen Managern und Inhabern. Es gibt ja immer noch im deutschen Mittelstand eine ganze Reihe von gut funktionierenden Unternehmen, wo sich keiner bedient und wo die Leute wirklich ihren Kopf hinhalten, mit ihrem Vermögen haften und für ihren Betrieb dastehen. So ein Typ wie Middelhof war eben immer ein Manager“, so Wedel. Das Verhalten von Managern sei anders. Sie würden einseitig an den Shareholder Value denken und sind darauf bedacht, in kurzer Zeit Erfolge vorzuweisen, damit der Aktienkurs steigt und ihre Weiterbeschäftigung sichergestellt ist. „Der Inhaber denkt langfristig. Der denkt an das Unternehmen und hat eine andere Verantwortung gegenüber der Belegschaft“, sagte Wedel.
Add comment Juni 24, 2009
Rüttgers, Kaiser Wilhelm und die Fabrik im Kopf – Der Staat als Museumswächter

Worum es heute geht....hat Rüttgers wohl nicht verstanden

Technikvisionär
„Wenn Ministerpräsident Jürgen Rüttgers der gebeutelten Medienbranche mit Megafusionen die Rettung vor dem nahenden Untergang verspricht und ein Leben ohne Zeitungen für ‚unvorstellbar’ hält, wird er wohl als Politiker in die legendäre Ahnengalerie von Persönlichkeiten aufgenommen, die sich über die Wirkungen technologischer Zeitenwenden derb verschätzt haben. Wer Millionen von Zeitungsseiten konservieren will, die täglich das Gestern zitieren, mutiert zum Kaiser Wilhelm II, der an das Pferd glaubte und das Automobil nur als vorübergehende Erscheinung abtat“, so Udo Nadolski, Geschäftsführer des IT-Beratungshauses Harvey Nash in Düsseldorf.

Deutsche Meinungsführer haben immer noch die Fabrik im Kopf
3 comments Juni 23, 2009
Bei Anruf Verbraucherzorn! Call Center brauchen Qualitätsstandards
Trotz des hohen Einkaufsvolumens mangelt es nach Auffassung von Experten an Preistransparenz. Auch die jeweils gebotene Servicequalität und die Serviceanforderungen bei der Auftragsvergabe spielen hier eine zentrale Rolle. Sie werden in Deutschland bisher noch in keiner regelmäßigen Erhebung erfasst. Aus diesem Grund führt der Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik (BME) gemeinsam mit dem internationalen Call Center-Unternehmensverband CCBenchmarks im deutschsprachigen Raum eine detaillierte und umfassende Erhebung zum Einkauf von Call Center- Dienstleistungen durch.
Der neue Preis- und Qualitätsindex ermögliche Einkäufern, Preise und Qualitäten präzise miteinander zu vergleichen. So werden bei den Preisabfragen zu In- und Outbound jeweils 15 unterschiedliche Anruftypologien abgefragt. „Darüber hinaus enthält die Studie viele wertvolle Informationen rund um den Einkauf von Call Center Dienstleistungen. Dies reicht von Bewertungsmethoden für die Servicequalität bis zu den von den Unternehmen primär genutzten Kriterien für die Auswahl von Call Center-Dienstleistern“, teilen BME und CCBenchmarks mit.
Messbare Qualitätsnormen sind nach Auffassung von Bernhard Steimel, Sprecher der Voice Days plus, auch bei der Sprachcomputern vonnöten. „Seit 2007 wird deshalb in Kooperation mit dem Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation und Experten der deutschsprachigen Fachszene ein industrienaher Standard für Sprachapplikationen erarbeitet“, so Steimel.Die Ergebnisse der ersten Projektphase wurden in der Studie „Leitfaden – Qualitätskriterien für Sprachapplikationen“ veröffentlicht: „Als Unternehmen, das seit acht Jahren und von Anfang an auf die Nutzung von Spracherkennung und die Verfolgung innovativer natürlichsprachlicher Designansätze gesetzt hat, sehen wir uns in der Verantwortung, einen Beitrag zur Konsolidierung und zur weiteren Entwicklung der Branche insgesamt zu leisten“, erläutert Jörn Kreutel, Chief Technology Officer bei SemanticEdge in Berlin.
Auch wenn die Nutzung von Spracherkennung gegenüber dem Tonwahlverfahren DTMF (Geben Sie die 1 ein, wenn….) klar überlegen sei, müsse man immer noch Vorbehalte in der Öffentlichkeit ausräumen. Dazu seien die Maßstäbe des Fraunhofer Instituts, die sich auch in anderen Technologiefeldern bewährt hätten, ein wichtiger Beitrag: „Für die Branche und auch für uns selbst als Marktteilnehmer“, resümiert Kreutel.
Wer an der BME/CC-Benchmarks-Erhebung teilnehmen möchte, kann sich an Volkmar Klein wenden: volkmar.klein@bme.de. Teilnehmer der Studie erhalten kostenfrei eine Zusammenfassung der Analyse. Die Veröffentlichung der Studie „Einkauf von Call Center-Dienstleistungen“ ist zum 30. September 2009 geplant.
Link zum Qualitätsleitfaden für Sprachcomputer.
Weitere Blog-Beiträge:
Call Center auf der Hitliste des Zorns
4 comments Juni 22, 2009
Spinner statt Spießer: Warum wir in Deutschland mehr Regelbrecher brauchen – Fortschritt kommt vom Außenseitertum
Zu den Auffälligkeiten würden neuartige Kombinationen, neue Verwendungszwecke und neue ästhetische Gewohnheiten zählen, die vor allen Dingen in den kreativen Milieus gedeihen, wie es Professor Richard Florida auf den Punkt gebracht hat. Überall dort, wo Talent, Technik und Toleranz aufeinandertreffen, könnten richtige disruptive Innovationen oder Sprunginnovationen entstehen.
Was notwendig sei, um ein günstiges Klima für Störer und Innovatoren zu schaffen, sei eine Kultur des Karnevals, Narrentums und des Scheiterns. Das gelte für Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Management. Im Vordergrund stehe heute das einseitige Streben nach Erfolg und nicht der kreative Umgang mit dem Misserfolg. Zudem brauche Deutschland nicht nur Querdenker, sondern mehr Quermacher. „Medien sollten sich vom Starkult verabschieden und einen Blick fürs Visionäre an den Tag legen. Da gibt es dann nicht mehr Sendungen wie ‚Deutschland sucht den Superstar’ und ‚Dschungelcamp’, sondern ‚Deutschland sucht den kreativen Zerstörer’ oder ‚Vom Spießer zum Spinner’“, empfiehlt der Science Fiction-Kenner.

Professor Zerr: Schöner Scheitern statt Benchmarking
Studenten würden sich mit den Wirklichkeitskonstruktionen auseinandersetzen aus Sicht der etablierten Wirtschaft und aus Sicht der Regelbrecher. Dann komme man irgendwann zu den Möglichkeiten des Wandels und der Innovation. Manager müssten heute intelligent stören. Schöner Scheitern statt Benchmarking sollte ihre Devise sein.
Egal, ob man den Regelbruch in Organisationen kultiviert oder nicht, wäre es nach Ansicht des IT-Personalexperten Udo Nadolski schon ein großer Fortschritt, wenn sich Manager, Politiker und Wissenschaftler von ihrer Rationalitätsgläubigkeit verabschieden und stärker mit dem Unerwarteten kalkulieren würden. „Den von Joseph A. Schumpeter geprägten Begriff der kreativen Zerstörung muss man in seinen Konsequenzen auch zu Ende denken. Wer gesellschaftliche und wirtschaftliche Phänomene nur in Aggregatzuständen wahrnimmt und berechnet, vernachlässigt den ständigen Prozess von Innovationsrevolutionen. Technologien und Geschäftsmethoden können über Nacht wertlos werden. Etablierte Branchen gehen unter und neue entstehen. Da helfen auch milliardenschwere Konjunkturpakete nicht weiter, denn Regelbrecher lassen sich davon wenig beeindrucken“, so Nadolski, Geschäftsführer von Harvey Nash.2 comments Juni 18, 2009















