Wähle die vodafonistische Worthülse einer neuen Zeitrechnung!
Juli 17, 2009
In der Wochenzeitung „Die Zeit“ beklagt der Politiker Gregor Gysi den Niedergang der Redekunst. In der Antike stand die Rhetorik noch in einem hohen Ansehen. Zu den Lehrmeistern zählt Gysi den Platon-Schüler Aristoteles, der mit seiner Rhetorik das bis heute folgenreichste Lehrbuch einer rhetorischen Argumentationstheorie schrieb und ihre Aufgabe darin bestimmte, „nicht zu überreden, sondern zu untersuchen, was an jeder Sache Glaubwürdiges vorhanden ist“. Das war einmal, glaubt Gysi. An dem Verfall der Rhetorik sollen wieder einmal die Medien Schuld sein. Besonders das Fernsehen und seine Dramatisierung des optischen Erscheinungsbildes. Wie sitzt die Krawatte, wie sitzt sie nicht, wie sieht der Mann aus? Finden wir nirgendwo athenische Rhetoren?
Für den Bundestag mag das stimmen, Herr Gysi. Aber Sie kennen eben noch nicht die Generation upload, die beides vereinen kann. Eine gut sitzende Krawatte, einen maßgeschneiderten dunklen Anzug und rhetorische Brillanz. Gemeint sind die Meister des vodafonististischen Neo-Dadaismus. Sie sind die Wegbereiter einer neuen Stilkunst der Web 2.0-Prosa. Die schönsten Formulierungen des vodafonistischen Rhetorik-Manifestes stehen zur Auswahl für die Worthülse des Monats Juli. Und da wir am Beginn eines Epochenwandels stehen, halte ich es nicht für untertrieben, von der Worthülse einer neuen Zeitrechnung zu schreiben.
Für die Teilnahme gibt es auch wieder etwas zu gewinnen (bitte bei den Kommentaren eine E-Mail-Adresse eintragen oder mir direkt zuschicken gunnareriksohn@googlemail.com): Leben in Metaphern: Konstruktion und Gebrauch von Sprachbildern.
Vodafonistische Hintergrundinfo.
Erklärung zur kopernikanischen Wende (nicht die Erde ist der Zentralkörper des astronomischen Weltsystems, sondern knallrot angestrichene Zentren der Gesprächskultur)
Erklärung zu Nichtkunden an uns binden (Gesetz der Chemie: Nichtkunden als Oxidationsmitel, nehmen Elektronen auf und sind negativ geladen, Reaktion mit Bestandskunden als Reduktionsmittel, geben Elektronen ab, sind postiv geladen – Ergebnis: Spannung)
Entry Filed under: "Technik", "Unterhaltung", "Web 2.0", "iPhone", Bildung, Informationstechnik, Internet, Kreativwirtschaft, Management, Marketing, Medien, Social Web, Telekommunikation, Werbung, Wirtschaft. Schlagworte: "Media", "Mobilfunk", "Nachrichten", "News", Allgemein, Allgemeines, Blog, Blogger, Bundestag, Gregor Gysi, Kunst der freien Rede, Medien, Rhetorik, Social Web, Telekommunikation, Vodafone, Web 2.0.
7 Comments Add your own
Leave a Comment
Some HTML allowed:
<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <pre> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>
Trackback this post | Subscribe to the comments via RSS Feed
RSS - Posts


1.
Matthias Lubinsky | Juli 17, 2009 at 10:13
Ich weiss nicht, was ich da wählen soll? Können Sie mich vielleicht beraten? Die Konkurrenz konnte mir auch nicht weiterhelfen…:)
2.
gunnarsohn | Juli 17, 2009 at 10:19
die rot angestrichenen Zentren der Gesprächskultur in weltweit führenden Fußgängerzonen sind zugleich auch Zentren der Beratungskultur. Dort wird Sie geholfen.
3.
Anke | Juli 21, 2009 at 11:23
Neo-Dadaistisch wird ja wohl gerade auch die VF-Kampagne im Netz zerlegt oder vielmehr von den Protaganisten dieser merkwürdigen Web 2.0-Anbiederungsschleimerei. Der Wortmüll bei der Präsentation ist das Sahnhäubchen.
4.
Richie | Juli 21, 2009 at 11:29
@Anke vollkommen richtig. Siehe Spon-Artikel: http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,637444,00.html
5.
Sandmann | Juli 21, 2009 at 11:31
Das Tagebuch eines Vodafone-Vorstandes finde herrlich und schon fast visionär. Mal schauen, was von den VF-Worthülsen am Ende übrig bleibt http://www.fixmbr.de/tagebuch-eines-vodafone-vorstandes/
6.
Anke | Juli 21, 2009 at 11:43
Gut auch Don Alphonso, der lieber mit Brunzkacheln als mit Marken reden würde. Die 1000 schönsten Buzzwords in einer Performance mit Gregor Gründgens feat. ÄFF-ÄMM von Scholzens Frienz?
http://blogbar.de/archiv/2009/07/14/vodafone-kommunikation-ohne-reissleine/
7.
Verkündet den Magnetismus in roten POSe – Das Ende des vodafonistischen Worthülsen-Spektakels « Gunnarsohn’s Weblog | September 21, 2009 at 2:24
[...] 21, 2009 Nun ist es an der Zeit, das vodafonistische Worthülsen-Spektakel für beendet zu erklären. Mit 19 Prozent ist das Votum deutlich ausgefallen: Die Dopingweisheit aus [...]