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Weltweit führender Wortmüll: Auf der Suche nach der Floskel des Jahres

In mehreren Beiträgen und Umfragen spürte ich in den vergangenen Monaten der populärsten Worthülse nach, die von Politikern, Beratern, Funktionären oder Managern abgesondert wird. Eine kleine Meldung in Welt kompakt hat mich jetzt noch einmal animiert, den Wortmüll des Jahres zur Abstimmung zu stellen: Da schreibt der Redakteur Jürgen Stüber über eine Trendbefragung von Scout 24, „einer führenden Unternehmensgruppe von Onlinemarktplätzen in Europa“. Sind die Scout-Leute Tabellenführer, Spitzenläufer im Marathon oder hat Stüber nur einfach die Pressemitteilung abgeschrieben, wo man in drei Absätzen mindesten fünfmal als Leser damit konfrontiert wird, was für ein weltweit führender semantischer Müll jeden Tag fabriziert wird? Der Web 2.0-Experte David Meerman Scott hat über dieses Phänomen ein „Kauderwelsch-Manifest“ veröffentlicht. Er verweist dabei auf eine Journalisten-Umfrage über die nervigsten Formulierungen in Pressemitteilungen:

Ganz oben auf der Liste steht „führend“ in unterschiedlichen Variationen (ein führender Hersteller von Socken, ein weltweit führender Anbieter von Nasenspray oder führend in der Produktion von Potenzmitteln). 94 Prozent der befragten Redakteure in den USA können das Wort „führend“ nicht mehr ertragen. Auf der Rangliste der Wut folgen idiotische Kreationen wie „Wir freuen uns,….“, „Wir sind zufrieden“ oder „Wir freuen uns wahnsinnig“.

Der Klassiker „Solutions“ (Lösungen) löst bei 68 Prozent der Umfrageteilnehmer allergische Reaktionen aus. Nicht fehlen dürfen proaktive Lückenfüller, Best Practices, Synergien im Aufstellen von Allgemeinplätzen, leere Blicke über den Tellerrand, Paradigmenwechsel beim Aussenden von schwachsinnigen Werbefloskeln und revolutionäre Innovationen bei der Produktion von heißer Luft.

Zum Jahresende sollten wir zu einem Urteil kommen über die Floskel des Jahres: Wer an der Umfrage teilnimmt, kann etwas gewinnen (bitte die E-Mail-Adresse unten angeben oder mir zusenden: gunnareriksohn@googlemail.com). Als Preis winkt diesmal das Buch von Markus Reiter, Die Phrasendrescher – Wie unsere Eliten uns sprachlich verblöden.

Siehe auch: Der Sprech der Entscheider. Ohne Bullshit kein Bingo! Der brand eins-Journalist Thomas Ramge verhandelt jeden Dienstag die dämlichsten Worthülsen von denen da oben in der Teppichetage. Beziehungsweise von denen, die da gerne säßen.

2 comments November 30, 2009

Technomanager und die selbstkonstruierte Wirklichkeit: Warum Entscheider der ITK-Branche auf herumschwirrende Ideen achten sollten

„Die Vernunft, das haben wir von Kant gelernt, ist das auf die Spitze getriebene Vermögen, sich selbst nicht über den Weg zu trauen“, so Dirk Baecker, Professor für Kulturtheorie und Kulturanalyse an der Zeppelin Universtät in Friedrichhafen. Technomanager scheinen diese Selbstskepsis nicht an den Tag zu legen. Sie vertrauen ihrem eigenen Expertenwissen mehr als externe Erkenntnisse. Persönliche Erfahrungen sind für Entscheider der ITK-Branche nach Erkenntnissen des Unternehmensberaters Bernhard Steimel von MIND Consult die wichtigste Wissensquelle. Das könne schnell in die Hose gehen. Die interne Sicht über Marktmechanismen und Kundenzufriedenheit sollte durch externe Erkenntnisse ergänzt werden. Eine solche Außensicht liefere oftmals wichtige Erkenntnisse abseits bequemer Wahrheiten. Entscheider sollten aufpassen, nicht Opfer einer selbstkonstruierten Wirklichkeit zu werden.

Nur jedes zehnte Unternehmen bewertet den Grad der Informiertheit als unzureichend. Diese subjektiv positive Einschätzung sollte allerdings nicht mit dem tatsächlichen Ausmaß der Marktforschung gleichgesetzt werden. „Besonders im Vergleich mit reiferen Branchen sollten die ITK-Unternehmen den Grad ihrer Informiertheit kritisch hinterfragen“, so der Rat von Steimel. Siehe auch das Youtube-Video:
Interview mit dem Berater Bernhard Steimel

Wer nur im eigenen Saft schmort, läuft Gefahr, zu erstarren und wichtige Entwicklungen des Marktes zu verschlafen. Oder systemisch ausgedrückt „Intelligenz und Innovation in Unternehmen hängen davon ab, welche Informationen beobachtet werden und wie die wichtigen Informationen ihren gebührenden Stellenwert erhalten – was man leider erst im Nachhinein wissen kann“, schreibt Professor Winfried W. Weber in seinem Buch „complicate your life“ (Verlag Sordon).

Der Managementdenker Peter Drucker kritisiert die Sichtweise von Managern, die sich eng nur auf das eigene Unternehmen bezieht. „Viele Manager leben noch im 19. Jahrhundert, als Neuerungen aus der Firma oder aus der Branche kamen. Heute hingegen sind es im Wesentlichen die Veränderungen um das Unternehmen herum, die die Geschicke der Firma beeinflussen.“ Innovationen entstünden nicht nur aus Fortentwicklungen und Patenten innerhalb des eignen Fachspektrums. Heute kämen in viel stärkerem Maß als früher gesellschaftliche Entwicklungen hinzu, die als Ausgangspunkt für Innovationen erkannt werden müssten (nachzulesen im Buch „Peter Drucker – Der Mann, der das Management geprägt hat“, herausgegeben von Professor Weber).

Ein kluger Manager führt im richtigen Moment herumschwirrende Ideen mit Akteuren zusammen, nutzt Marktungleichgewichte, erkennt die Lücke und setzt die Innovation durch oder übernimmt im richtigen Moment das Risiko einer nicht sicheren aber vielversprechenden Entscheidung. „Das unterscheidet ihn vom Verwalter, der die organisatorische Routine oder die organisatorisch geronnene Reduktion von Komplexität nicht mehr in Frage stellen kann“, erläutert Weber. Wie bei den Schachgroßmeistern gehe es im Management einer komplexer werdenden Welt darum, ein reiches und komplexes Spielfeld zu erhalten. „Die Disziplin verlässt die Entscheidungskultur des one-best-way, des Alles-im-Griff-haben-Wollens. Wer es versteht, sich von der Komplexität nicht überfordern zu lassen, wer erkennt, dass man immer weniger durchschaut, wer sein Spielfeld pflegt und damit rechnet, dass bald die Lücke kommt, kann dann sofort entscheiden, ohne zu zögerlich zu sein“, führt Weber aus. Oder in den Worten des Kybernetikers Heinz von Foerster: „Handle stets so, dass die Anzahl der Möglichkeiten wächst.“

Add comment November 24, 2009

Warum Verleger weinen würden und die Blockadestrategie gegen Google verlogen ist

Beim Mainzer Kongress „besser online“ des DJV haben Vertreter von klassischen Medien, Onlinemedien und Blogs einen Tag lang über aktuelle Themen des Internet-Journalismus diskutiert. Die Podiumsdiskussionen und Fachforen waren mit interessanten Experten bestückt. Häufig fehlte aber eine lebendige Debatte, was teilweise an den etwas emotionslosen Moderatoren lag.

Beim Eröffnungspodium „Google sei bei uns“ sagte Björn Sievers, stellvertretender Ressortleiter Wirtschaft/Finanzen von Focus Online, dass die Blockadestrategie von Rupert Murdoch und Springer gegen Google zum Scheitern verurteilt sei: „Technisch ist es einfach möglich, Google und jede andere Suchmaschine über eine kleine Textdatei, die man auf dem Server ablegt, auszuschließen. Das ist kein Hexenwerk. Wenn man sich den Traffic von großen Nachrichten-Websites anschaut, dann liegt der Prozentanteil des Google-Traffics ungefähr zwischen 30 und 60 Prozent. Das bedeutet, das ein typisches deutsches Nachrichtenportal um die Hälfte schrumpfen würde, wenn man Google ausschließt“.

Entsprechend verlieren Verlage Anzeigenerlöse über die Websites. Man könne zwar versuchen, diesen Verlust durch Paid Content-Strategien wieder aufzufangen. Sievers glaubt allerdings nicht an den Erfolg dieses Vorgehens. Bei allgemeinen Nachrichten werde man damit scheitern. Eher funktioniere so etwas bei der Stiftung Warentest, wo man vor dem Kauf einer Waschmaschine vielleicht auch Geld für einen Testbericht ausgibt, weil man dann in der Relation zum Kaufpreis wichtige Informationen erhält. Wenn Murdoch und Springer es wahrmachen und Kassenhäuschen für die Nutzung ihres Contents aufstellen, dann kommt der Markt für Journalismus wieder in Bewegung und es gibt neue Chancen für alternative Angebote wie dem Heddesheimblog von Hardy Prothmann.

Der freie Journalist Albrecht Ude warf die Gegenfrage auf. Was würden Verleger sagen, wenn Google die Entscheidung trifft, Verlage auszusperren? „Die würden schreien, die würden klagen, die würden verzweifelt sein und das sind sie eigentlich auch jetzt schon. Die Verleger versagen. Es ist die Aufgabe der Verleger, aus guten Inhalten auch irgendwann gutes Geld rauszukriegen und das schaffen sie im Internet zur Zeit nicht“.

Lars Reppesgaard, Autor des Buches „Das Google-Imperium“, findet es verlogen, wenn die Verleger behaupten, sie würden durch Google enteignet werden. Als Autor findet er diese Position unverschämt, da ihn Verleger jeden Tag mit buy out-Verträgen und anderen Unfreundlichkeiten knebeln würden. Dadurch werde man als Urheber faktisch enteignet durch das Ungleichgewicht der Kräfte. Beim Druck, den Verleger derzeitig gegen Google aufgebauen, gehe es nicht um die Aufrechterhaltung von Qualitätsjournalismus, sondern nur um eine bessere Verhandlungsposition mit dem Mountain View-Konzern, um die eigenen Kassen zu füllen. Hier liegen die wahren Gründe für die Forderung nach einem so genannten Leistungschutzrechtes. Hier die komplette Audio-Aufzeichnung der Runde (die Qualität der Lautsprecher im Konferenzsaal des ZDF war nicht so besonders):

Der FAZ-Netzökonom Holger Schmidt hat es zum zehnjährigen Jubiläum von Google den Punkt gebraucht: „Ohne Google sind Informationen wenig wert, weil sie – ganz simpel – nicht gefunden werden. Und was nicht gefunden wird, existiert nicht. Zumindest nicht für die junge Generation, für die das Internet Leitmedium und Google ihr zentraler Wegweiser ist: Auf die Frage, wo sich die Menschen näher über ein Thema informieren, antworten heute 51 Prozent der Deutschen ‚im Internet’. 1999, als es Google in Deutschland noch nicht gab, waren es 9 Prozent. Noch deutlicher fällt dieser Anstieg unter jungen Menschen aus: Von 19 Prozent auf 75 Prozent ist dieser Wert hochgeschnellt. Ob Online-Händler, Reiseanbieter, Produktvergleichsmaschine oder Medien – fast alle, die im Internet Geld verdienen, bekommen einen großen Teil ihrer Kunden oder Leser über Google. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um reguläre Suchtreffer handelt oder Werbung auf der rechten Seite. Die Präsenz unter den Top-Ten-Suchtreffern entscheidet über Sein oder Nichtsein im Internet“.

Und wenn Google so eine Teufelsmaschine ist, warum forcieren denn viele Verleger ihre Präsenz in der Suchmaschine? „Heerscharen sogenannter Suchmaschinenoptimierer basteln zurzeit an den Internetseiten der Medien, damit ihre Inhalte von Google möglichst prominent angezeigt werden. Die Journalisten müssen heute ‚Google-optimiert’ schreiben, also die richtigen Schlagworte in der richtigen Häufigkeit einsetzen. Die ‚optimale Keyword-Dichte’ ist im Google-Zeitalter essentiell geworden. Denn auch Journalisten wissen längst: Zugriffe auf Artikel, die auf Google News oben stehen, schnellen sofort hoch. Wessen Artikel nur unter einer Sammeladresse wie ‚und 856 ähnliche Artikel’ aufgeführt ist, hat es schwer, die gewünschte Aufmerksamkeit zu bekommen“, so Schmidt.

Jens Matheuszik, Macher des Pottblogs, hat auf sympathische Weise dargestellt, warum seine lokalen Berichte auf eine so große Resonanz stoßen und bei den Lokalzeitungen eher kritisch beäugt werden. Er ist eben häufig schneller mit relevanten kommunalen Ereignissen im Internet präsent als WAZ und Co. Ähnliches berichtete Hardy Prothmann vom Heddesheimblog (den Vortrag hörte sich meine Freundin an, lief parallel).
Hier geht es zur Audioaufzeichnung des Pottblog-Vortrages:

Die Twitter-Runde mit dem Thema „Nachrichten oder Nabelschau“ war nicht so prickelnd, so dass ich irgendwann mein Aufnahmegerät ausgeschaltet habe. Über Sinn und Unsinn des Nachrichtendienstes immer noch zu palavern, war doch nervig. Frank Schmiechen von Welt Kompakt war in dem Kreis noch der interessanteste Diskutant. So setzt er nach eigenen Aussagen auf die Interaktion mit den Social Media-Kanälen. Zwei Seiten in jeder Printausgabe werden diesem Thema gewidmet. Ich habe das Blatt lange Zeit nicht mehr gelesen, werde es aber überprüfen. Hier eine Hörprobe der Expertenrunde:

Siehe auch:

Purer Protektionismus: Kampf von Springer und Co. gegen Google verlogen.

Kampf gegen Google verlogen.

Vorhang zu und alle Fragen offen: Replik auf Robert Schweizers Verteidigung des Leistungsschutzrechts.

Hardy Prothmann vom Heddesheim-Blog über Bratwurstjournalismus und den Autismus der Lokalzeitungen.

5 comments November 23, 2009

Das Vermächtnis von Peter Drucker: Was die Bundeskanzlerin und Ministerpräsidenten vom Managementvordenker lenern können

BuchempfehlungZum 100. Geburtstag stelle ich wichtige Gedanken von Peter Drucker, der heute 100. Jahre alt geworden wäre. Der vor vier Jahren verstorbene Managementvordenker hat sich schon frühzeitig mit den Exzessen von Managern beschäftigt, die Notwendigkeit des gesellschaftlichen Wandels zur Wissensgesellschaft formuliert und die Transformation zur Serviceökonomie gefordert. Für lesenswert halte ich das von Drucker herausgegebene Buch „Kardinaltugenden effektiver Führung“. Hellseherisch ist sein Werk von 1969 „Die Zukunft bewältigen“.

Hier geht es zum Filmbeitrag:

Add comment November 19, 2009

Flip ist kein Flop: Erster Miniversuch mit dem Camcorder

Jeff Jarvis hat so charmant den Flip-Camcorder vorgestellt, dass ich mich genötigt sah, bei amazon eine Bestellung aufzugeben. Schön in schwarz und einem 8 GB Flash Memory. Heute kam das Teil in einer Verpackung, die doch sehr an das Kauferlebnis eines iPhones erinnert. Batterie eingesetzt und man kann sofort losleben.

Hier der erste Miniversuch.
Minitest

Erstes Urteil. Das Gerät ist so klein und in der Ton- und Bildqualität unheimlich gut. Über den eingebauten USB-Arm kann man den Film ratzfatz auf Youtube hochladen. Bei anderen Geräten ist das teilweise schwieriger.
Allerdings empfehle ich den Kauf eines USB-Adapters, dann braucht man den Flip nicht so eng an den Laptop legen.

Ich habe mich für das folgende Modell entschieden.

5 comments November 19, 2009

Huffington: „Herr Döpfner, Sie wollen Konsumenten umerziehen, die gerade die neuen Möglichkeiten der Online-Nachrichten entdecken. Das ist anmaßend.“

MMFSo langsam gewinnt die Debatte um die Zukunft der klassischen Medien an Fahrt und die Manager der großen Verlage sehen dabei ziemlich alt aus. Jüngstes Beispiel das Streitgespräch zwischen Springer-Chef Döpfner und Arianna Huffington. Siehe auch den NeueNachricht-Bericht. Social Media ist eben mehr als nur eine technische Spielerei. Wir erleben eine Epoche der Teilnahme, der Beteiligung, der Vielstimmigkeit, der Pluralität und der unterschiedlichen Lebensstile. Die Hohepriester und Taktgeber der öffentlichen Meinung verschwinden so langsam vom Bildschirm – im wahrsten Sinne des Wortes.

Jeff Jarvis hat nach seiner fulminanten Rede bei den Münchner Medientagen mit einem Namensartikel auf die Reaktionen der alten Medienwelt geantwortet. Auch diesen Beitrag können sich die industriekapitalistischen Großverleger hinter den Spiegel stecken: Jarvis sieht Unternehmen, die sich der neuen Realität des Internet-Zeitalters widersetzen, indem sie die alten Gesetze der alten Industrie bewahren. „Nehmen Sie zum Beispiel Rupert Murdoch, der seinen ganzen Medienbesitz hinter Bezahl-Mauern stecken will. Das ist ganz einfach selbstmörderisch“, schreibt Jarvis.

Die alten Unternehmen würden noch immer in der Ökonomie der Inhalte arbeiten, die vor 570 Jahren mit Gutenberg begann. Der Eigentümer des Inhaltes machte damit seinen Gewinn, dass er möglichst viele Exemplare verkaufte.

„Online braucht man nur ein Exemplar, der Link zu ihm bringt den Gewinn. Inhalte ohne Links sind wertlos. Wenn also Suchmaschinen, Aggregatoren, Blogger und Twitterer zu Inhalten verlinken, stehlen sie nicht. Sie schenken Aufmerksamkeit und Gehör. Verleger sollten dankbar sein, dass Google sie nicht für den Wert seiner Links zur Kasse bittet“, so Jarvis.

Die Ökonomie der Links bringe Verlegern drei Imperative mit: Es fordere sie auf, ihre Inhalte öffentlich zu machen, wenn sie gefunden werden wollen. „Sie haben die Wahl, aber wenn sie sich hinter ihre Bezahl-Mauern zurückziehen, versteckt für Suche und Links, werden sie nicht entdeckt. Zweitens fordert die Ökonomie der Links Spezialisierung. Mache das, was du tust richtig und verlinke zum Rest. Das bringt neue Effizienz und kann Verlage profitabler machen. Das dritte in der Link-Ökonomie ist der Empfänger der Links, der ihren Wert ausnutzen muss“, führt Jarvis aus.

Und eines ist nun mal nicht mehr aus der Welt zu schaffen. Mit dem Web 2.0 und mit allen Möglichkeiten der Social Media-Kanäle entsteht eine neue Medienkultur der Partizipation – ohne das Ganze in den Himmel heben zu wollen. Das die Medienbarone eine solche Fragmentierung bekämpfen ist klar. Als Verlage noch Oligopole und Monopole waren, konnten wesentlich höhere Anzeigenerlöse erzielt werden. Mit Google Adwords ist das nun vorbei. Nachtrauern braucht man den „One-to-many-Medien“ nicht.

Nachtrag zum Abdruck des Jarvis-Artikel in der Welt-Kompakt und Welt Online. Die Medienjournalistin Ulrike Langer hat sich dankenswerter Weise die Mühe gemacht, die Jarvis-Passagen herauszufinden, die in der deutschen Übersetzung „einfach“ unter den Tisch gefallen sind.

Add comment November 13, 2009

Amazing Race: Diktiersoftware Dragon gewinnt gegen die Meisterin im Schnellschreiben

Meisterin im SchnellschreibenSpracherkennung ist nicht nur für Ärzte und Juristen ein heißes Thema. In vielen Berufen muss ein hohes Schreibaufkommen unter Zeitdruck bewältigt werden. „Kein Wunder, dass immer mehr Krankenhäuser und Gerichte nach neuen Wegen suchen. Da ist zunächst der Umstieg auf die Digitaltechnik, die das mühsame Hantieren mit Kassettenbändern ersetzt und zudem den elektronischen Transport der Diktate erlaubt. Dass die Akustik solcher Aufzeichnungen deutlich besser ist, kommt als angenehmer Nebeneffekt hinzu. Der zweite Schritt ist der Übergang zur elektronischen Spracherkennung am PC, wobei in der Regel die Standardsoftware Dragon Naturally Speaking für Windows zum Einsatz kommt. Kein anderes Programm hat eine vergleichbar hohe Erkennungsleistung“, schreibt beispielsweise Michael Spehr von der FAZ.

Wozu Maschinen schon jetzt in der Lage sind, stellte ein Amazing Race am 11. November 2009 in München auf dem Fachkongress Conversations DACH unter Beweis. In einem Mensch-gegen-Maschine-Wettkampf trat Martina Wichers, Deutsche Meisterin im Schnellschreiben, gegen das Spracherkennungssystem Dragon Naturally Speaking von Nuance an. Frau Wichers war unheimlich schnell. Das beweist mein Mitschnitt. Die Software brauchte allerdings nur die Hälfte der Zeit. Hier der Film.
Foto Amazing Race

1 comment November 13, 2009

Last Call – Horror per Handy: Werbeagentur Jung von Matt konzipiert sprachgesteuerten Kinofilm

Spracherkennung und die Sprachsteuerung von Geräten oder Suchmaschinen sind schon längst keine Zukunftsmusik mehr. Vor allen Dingen im Mobilfunk setzt man auf neue Steuerungsmöglichkeiten und Applikationen. „Wer die schlauesten Handy-Anwendungen anbietet, wird den Mobilfunkmarkt der Zukunft beherrschen“, berichtet beispielsweise Spiegel Online. „Stellen Sie sich eine Handy-Anwendung vor, die über einen Tastsensor Ihren Stresslevel misst und die zu ihrem Gemütszustand passende Musik abspielt. Dass Sie die Nummer des Notrufs wählen und ein Arzt, der sich zufällig in einem benachbarten Gebäude aufhält, automatisch darüber informiert wird. Oder dass Sie Ihr Smartphone in der Stadt auf Gebäude richten und das Telefon ihnen anzeigt, wie ihre Umgebung vor 50 oder 100 Jahren ausgesehen haben dürfte“, so Spiegel Online.

Augmented Reality, erweiterte Realität, heiße das Schlagwort für solche Tech-Visionen, die Wissenschaftlern zufolge in den kommenden Jahren die Mobilfunkbranche durcheinanderwirbeln könnten. Es gehe um Bilder und Videos, um Informationsschilder und Töne, die das Smartphone dem Nutzer an Ort und Stelle aus dem Internet saugt und auf dem Display mit dem Abbild der Wirklichkeit kombiniert. Das Handy werde so zu einer Art Sinneserweiterung. Was man mit Sprachsteuerung schon heute mit Handys veranstalten kann, beweist der interaktive Horrorfilm „Last Call“ von der Werbeagentur Jung von Matt. Hier können Kinobesucher aktiv ins Geschehen eingreifen. „Wir wollen zwei Grenzen aufheben: die eine zwischen Film und Game, die andere zwischen Handlung und Zuschauer“, erklärt Andreas Henke, Creative Director von Jung von Matt, im Interview mit NeueNachricht.

Die strikte Trennung von Leinwand und Handlung soll gesprengt werden. „Hier der passive Zuschauer hinter seinem riesigen Popcorn-Becher. Vielleicht sollte man den Erfolg unseres Films an der Zahl ungewollt umgestoßener Popcorn-Becher messen“, sagt Henke. Seine Agentur möchte dem Kunden 13th Street und den Zuschauern ein innovatives Markenerlebnis bieten: „Kurz gesagt: guten modernen Horror. Gerade das Horrorgenre hat in der Vergangenheit sehr innovative Projekte geliefert. Wie vor einigen Jahren ‚Blair Witch Projekt’ oder Paranormal Activity in diesem Herbst in den USA“, so der Ausblick von Henke, der den Film beim Nuance-Fachkongress Conversations DACH vorstellte. Die Präsentation von Henke war wirklich witzig und eindrucksvoll.

Add comment November 13, 2009

Erleben wir mit LTE als Nachfolger für UMTS eine Revolution im Mobilunk? Expertenmeinung gefragt

LTE 003
In der heutigen Ausgabe beschäftigt sich die Computerwoche mit dem Thema „Revolution im Mobilfunk – Der UMTS-Nachfolger (LTE) soll dem mobilen Internet zum Durchbruch verhelfen“. Vor gut einer Woche habe ich zu LTE eine NeueNachricht-Story veröffentlicht: „Es wird Zeit für LTE: Deutschland beim Mobilfunk der vierten Generation kein Trendsetter – TK-Branche fehlt das Design Thinking-Gen.“

In der Titelstory der Computerwoche ist mir nun ein Expertenstatement von Klaus von den Hoff, TK-Experte von Arthur D. Little, aufgefallen. Er mahnt bei LTE zur Besonnenheit: „Bei LTE handelt es sich um ein reines Carrier-Thema. Grundsätzlich neue Dienste werden durch LTE nicht sehen. Es geht um mehr Kapazität, höhere Breitbandgeschwindigkeit, besser Funkabdeckung in Gebäuden und das zu günstigeren Kosten.“ Hm, klassische Telco-Sichtweise, die man auf jeder Fachtagung an den Kopf geballert bekommt. Die TK-Branche schafft die Infrastruktur und Bandbreite, die Auslastung des Netzes kommt dann von ganz alleine. Das wird dann wahrscheinlich genauso fluppen wie bei UMTS.

Faktisch konnten die Netzbetreiber über SMS und Sprache nicht einen einzigen neuen Dienst erfolgreich etablieren. Erst Steve Jobs sorgte mit dem iPhone und den Applikationen für neuen Schwung. Das branchenfremde Unternehmen Apple ist der Trendsetter fürs Datengeschäft und für das mobile Web. Warum sollte das bei LTE anders sein? Werden sich auch hier wieder die Carrier die Butter vom Brot nehmen lassen? Eure Meinung interessiert mich!

Add comment November 9, 2009

Kundenservice: Warum sich Unternehmen auf eine neue Diskurskultur mit der Facebook-Generation einstellen müssen

Yogeshwar, Rebetzky, BehrendtAn einem offenen Umgang mit dem Kunden, auch und insbesondere in Problemsituationen, führt in der Social Media-Welt kein Weg vorbei, so das Plädoyer des After Sales-Spezialisten Peter Weilmuenster, Vorstandschef von Bitronic in Frankfurt am Main. „Die Gespräche des Marktes finden auch ohne Einwirkung der Unternehmen im Internet statt. Jeder muss sich diesem kritischen Diskurs stellen, ob er will oder nicht“, erklärt Weilmuenster.

Sehr viele Konsumenten würden sich vor einer Kaufentscheidung über Suchmaschinen informieren, wo sie vermehrt Gruppendiskussionen aus Foren und sozialen Netzwerken finden, so Björn Behrendt, Geschäftsführer von www.service-community.net: „Insofern rate ich Unternehmen sogar, Kundendialoge auf der eigenen Unternehmenswebsite stattfinden zu lassen, sich der Kritik zu stellen und die durch Nutzer generierten Inhalte für die Suchmaschinenoptimierung und für ein durch Offenheit und Ehrlichkeit gekennzeichnetes Firmenimage zu nutzen“, empfiehlt der Internetexperte, der am 6. Oktober beim Nürnberger Fachkongress Voice Days plus zum Thema „Service für die Facebook-Generation“ seine Positionen vertreten hat (Diskussionsrunde mit Andreas Rebetzky von Bizerba und Thomas Dehler von Value5. Moderation: Ranga Yogeshwar, Wissenschaftsjournalist). Die Audio-Aufzeichnung der Diskussionsrunde kann man hier abrufen.

Wie Unternehmen die Social Media-Kanäle einsetzen können, skizziert Blogger Klaus Eck: Den Kundenservice mit Get Satisfaction online verbessern.

preview_Gunar_Sohn_zur_Zukunft_der_Voice_DaysMein Resümee zu den diesjährigen Voice Days plus kann man sich hier anschauen.

Add comment November 6, 2009

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