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Erleben wir mit LTE als Nachfolger für UMTS eine Revolution im Mobilunk? Expertenmeinung gefragt

LTE 003
In der heutigen Ausgabe beschäftigt sich die Computerwoche mit dem Thema „Revolution im Mobilfunk – Der UMTS-Nachfolger (LTE) soll dem mobilen Internet zum Durchbruch verhelfen“. Vor gut einer Woche habe ich zu LTE eine NeueNachricht-Story veröffentlicht: „Es wird Zeit für LTE: Deutschland beim Mobilfunk der vierten Generation kein Trendsetter – TK-Branche fehlt das Design Thinking-Gen.“

In der Titelstory der Computerwoche ist mir nun ein Expertenstatement von Klaus von den Hoff, TK-Experte von Arthur D. Little, aufgefallen. Er mahnt bei LTE zur Besonnenheit: „Bei LTE handelt es sich um ein reines Carrier-Thema. Grundsätzlich neue Dienste werden durch LTE nicht sehen. Es geht um mehr Kapazität, höhere Breitbandgeschwindigkeit, besser Funkabdeckung in Gebäuden und das zu günstigeren Kosten.“ Hm, klassische Telco-Sichtweise, die man auf jeder Fachtagung an den Kopf geballert bekommt. Die TK-Branche schafft die Infrastruktur und Bandbreite, die Auslastung des Netzes kommt dann von ganz alleine. Das wird dann wahrscheinlich genauso fluppen wie bei UMTS.

Faktisch konnten die Netzbetreiber über SMS und Sprache nicht einen einzigen neuen Dienst erfolgreich etablieren. Erst Steve Jobs sorgte mit dem iPhone und den Applikationen für neuen Schwung. Das branchenfremde Unternehmen Apple ist der Trendsetter fürs Datengeschäft und für das mobile Web. Warum sollte das bei LTE anders sein? Werden sich auch hier wieder die Carrier die Butter vom Brot nehmen lassen? Eure Meinung interessiert mich!

Add comment November 9, 2009

Jeff Jarvis und die pawlowschen Reflexe der alten Medienwelt – Die Zeiten sind vorbei, wo Zeitungen bei den Anzeigenpreisen kräftig zulangen konnten

Jeff JarvisEs ist schon erschreckend, mit welcher Denkweise die Vertreter der alten Welt auf die Thesen von Jeff Jarvis bei den Münchner Medientagen reagiert haben. Der aus New York zugeschaltete Medienprofessor wies darauf hin, dass es sinnlos sei „das alte Medienmodell in den neuen Verhältnissen der digitalen Welt zu konservieren.“ Er empfahl der Runde um den Moderator und Chefredakteur von stern.de, Frank Thomsen, eine „sehr kritische und ehrliche Diskussion darüber, was bei Ihnen schief läuft.“ Die einen schreien nach dem Staat, die anderen verlangen ein härteres Urheberrecht oder sehen generell Google als Sündenbock für die tiefe Krise der Verlage, die allerdings schon weit vor dem Crash der Finanzmärkte einsetzte.

„Jarvis macht es sich zu einfach“, sagte Bernd Ziesemer, Chefredakteur des Handelsblatts. „Mir ist es egal, ob wir Inhalte im Druck oder digital ausliefern – aber wie finanziert man das?“ Falsch sei auch, dass Nachrichten keinen monetären Gegenwert mehr besäßen, so Ziesemer. „Viele Printprodukte sterben, weil sie als Reaktion auf die Krise auf Exklusivität verzichteten.“ Claus Strunz, Chefredakteur des Hamburger Abendblatts, klagte, Jarvis werde als „Onlineguru“ wahrgenommen. „Aber den Ruhm hat er aufgrund seiner Bücher. Und die sind gedruckt.“ Ja, Herr Strunz, genau. Er hat ein Sachbuch geschrieben und keine Tageszeitung, die von Anzeigenwerbung abhängig ist. Da bringen Sie aber einiges durcheinander. Nur die Medienprofessorin Miriam Meckel gab zurück: Die Reputation von Jarvis komme aus dem Netz und seinem erfolgreichen Blog. Sie kritisierte, die gesamte Debatte des Printgipfels sei überholt.

Strunz und Co. sollten zur Kenntnis nehmen, dass Jarvis mit seiner Kritik nicht alleine steht. Die Gründe für den Kreative ZerstörungNiedergang der Printmedien hat beispielsweise auch Journalismus-Professor Stephan Ruß-Mohl in einem Beitrag für „Druckreif“ gut zusammengefaßt: „Die Verlagsmanager haben sich an entscheidenden Stellen verkalkuliert. In der ‘guten, alten’ Zeit hatten die meisten Blätter regionale oder lokale Oligopole oder Monopole, also eine marktbeherrschende Stellung. Damit konnten sie bei den Anzeigenpreisen kräftig zulangen. Über Jahrzehnte hinweg erzielten sie Traumrenditen, von denen nicht nur viele Verleger, sondern auch so manche Redakteure in ihren Nischen wie die Maden im Speck lebten. Im Internet herrscht dagegen Wettbewerb. Der Konkurrent, der auf dieselben Anzeigenkunden hofft, ist nur einen Mausklick entfernt. Deshalb schrumpfen bei den Werbeumsätzen die Margen, aus denen sich früher Redaktionen großzügig finanzieren ließen“, so Ruß-Mohl.

Für die Werbetreibenden seien das paradiesische Zustände. Sie könnten ihre Zielgruppen ohne allzu große Streuverluste über das Internet sehr viel besser erreichen und müssten das Geld nicht mehr zum Fenster rausfeuern. Und noch ein Trend schröpft die Verlage: Wer nach einer neuen Freundin Ausschau hält oder sein Auto zum Verkauf anbietet, kann online inzwischen gratis oder für wenig Geld seine Ziele erreichen. Hier hilft die Silo-Taktik der Verlagsmanager nicht weiter. Die entsprechenden Portale laufen auch ohne Nachrichten-Content!

Offensichtlich fehlt vor allen Dingen den Medienmachern in Deutschland eine klare Strategie. Zu lange haben sie das Thema heruntergespielt. Sie haben über Jahre das eigene Niedergangs-Szenario verdrängt, kritisiert Ruß-Mohl. Die Medientage bestätigen sein Resümee.

1 comment Oktober 30, 2009

Weckruf von Ranga Yogeshwar für die Innovationsbürokraten: Tempo des technischen Wandels wird immer schneller

Zwei Fachveranstaltungen der Messe Nürnberg beschäftigten sich mit dem Kundendialog der Zukunft: die Voice Days plus und die CRM Expo. Einen Weckruf an die Denk-und Innovationsbürokraten (Wolf Lotter hat sie in der November-Ausgabe von brand eins aufs Korn genommen) sendete der Fernsehmoderator Ranga Yogeshwar am ersten Kongresstag der Voice Days plus aus. Alle Unternehmensbranchen stehen vor einem radikalen Umbruch, da das Social Web den Kunden mehr Macht und Gehör verschafft. Yogeshwar unterstrich, dass die Innovationsgeschwindigkeit dramatisch steigt und die so genannten „Digital Natives“ gerade erst heranwachsen, was hohe Anforderungen an die Anpassungsfähigkeit der Wirtschaft stellt. „Mit meinem neuen iPhone habe ich das Rechenzentrum meiner Studienzeit in der Hosentasche. Mit der WDR-Sendung Quarks & Co erreichen wir rund 500.000 Podcast-Downloads im Monat. Hier erreichen wir Größenordnungen, wo wir im normalen TV-Programm als öffentlich-rechtliche Anbieter zwar sehr viele jungen Menschen verlieren, aber durch die Hintertür im Internet wieder zurückgewinnen. Das zeigt sehr deutlich, mit welchem Tempo der Wandel in Wirtschaft und Gesellschaft verläuft. Wenn Sie das Gefühl haben, es ging in den vergangenen Jahren schnell, dann legen Sie den Gurt an: Es wird noch schneller“, so Yogeshwar.

astronomDen Epochenwechsel machte der Wissenschaftsjournalist an zwei Bildern des Malers Vermeer fest, die im Abstand von einem Jahr entstanden. Das Werk mit dem Titel „Der Astronom“ aus dem Jahr 1668 zeigte noch eine Welt, in der Menschen etwas betrachten.

„Der Astronom wagt nicht, etwas zu verändern. Ein Jahr später entsteht ‚Der Geograph’, der aktiv gestaltet und am Fortschritt arbeitet sowie das Schicksal in die eigenen Hände nimmt. Es gibt viele Kunsthistoriker, die sagen, dass es sich um ein Scharnierbild handelt. Es dokumentiert den gesellschaftlich-kulturellen Wandel dieser Zeit. Von einer kontemplativen Welt zu einer Epoche, die Dinge tut. Meine These ist, wenn Vermeer noch leben würde, müsste er heute ein drittes Bild malen, denn wir leben in einer Zeit, die wieder einem Scharnier entspricht“, sagte Yogeshwar in Nürnberg.

Fortschritt sei im 17. Jahrhundert noch sehr langsam verlaufen. Das war eine Geschichte, die von einer Menschengeneration zur nächsten übermittelt wurde. Das ist ein großer Unterschied zu heute. Jeden Tag werden weltweit 20.000 wissenschaftliche Abhandlungen publiziert, jede Minute gibt es irgendwo auf der Welt eine neue chemische Substanz, die synthetisiert wird, alle drei Minuten gibt es eine neue physikalische Erkenntnis. Und das Tempo legt zu“, prognostizierte Yogeshwar.

Konsum, Produktion und Dienstleistungen seien mittlerweile weltweit abrufbar und jeder sollte sich fragen, ob das eigene Business in Zukunft woanders besser, schneller und günstiger gemacht werden kann. Mobilität zähle zum Megatrend der nächsten Jahre. „Wir werden zunehmend Kunden haben, die nicht mehr lokal verpflanzt sind, sondern sich permanent neu organisieren. Es sind intelligente Kunden, die sich nicht mehr abspeisen lassen. Sie sind besser informiert, sie sind schneller, kritischer und sie kommunizieren in einer völlig anderen Weise“, erklärte Yogeshwar. Noch nie zuvor sei derart viel erfunden worden. Das Telefon brauchte rund 100 Jahre, bis es sich durchsetzte. Auf ein Ferngespräch nach Indien wartete Yogeshwar früher noch 48 Stunden und wenn die Leitung zustande kam, mussten sein Eltern schreien, um sich verständlich zu machen.
Ahmed
„Heute ist die Telefonie. Das Medium Internet wächst in einer Dynamik, die man nicht mehr verstehen kann. Wer meint, das Internet zu verstehen, liegt falsch. So hat die Distribution in der Musikindustrie einen Einbruch von 30 Prozent erlebt. Und man darf sich fragen, ob der Job des Verlegers ein Auslaufmodell ist. Die letzte Wetten, dass-Sendung hatte gut elf Millionen Zuschauer und zählt zu den Einschaltquoten-Champions. Die Jeff Dunham-Show ist viel bekannter. Sein Internet-Video ‚Ahmed the Dead Terrorist’ hat über verschiedene Internetkanäle allein in England 96 Millionen Downloads erreicht. Die Musik spielt nicht mehr bei ‚Wetten, dass’, die Musik spielt im Web“, meint Yogeshwar.
Den kompletten Vortrag findet Ihr hier als Audiodatei. Yogeshwar für die Ohren:

Siehe auch:
Yogeshwar und die Scharnierfunktion des Internets: Tempo des gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Wandels läuft schneller.

Mit der Design Thinking-Methode die Serviceökonomie verbessern – Das ist in Deutschland leider noch selten der Fall.

Was Sprachcomputer noch leisten werden – O-Töne von Professor Wahlster sind sehr interessant.

Mit sozialen Netzwerken den Kundenservice verbessern – Web 2.0 kein Parkett für autoritäre Kontrollfreaks.

4 comments Oktober 29, 2009

Was Sprachcomputer noch leisten werden – O-Töne von Professor Wahlster sind sehr interessant

DSC_0102Über die Voice Days plus habe ich ja schon einiges berichtet. Interessant sind noch die Ausführungen von Professor Wahlster vom Deutschen Forschungszentrum für künstliche Intelligenz (DFKI) zu den sprachgesteuerten Diensten. Hier die O-Töne der Pressekonferenz. Am Anfang reden die beiden Vertreter der Nürnberg-Messe, dann Voice Days plus-Sprecher Bernhard Steimel und am Schluss dann Professor Wahlster.

Add comment Oktober 28, 2009

Google Social Search: Neuer Dienst, neue Möglichkeiten – Eins Live-Testbericht

„Eure Freunde und persönlichen Kontakte spielen in eurem sozialen Online-Leben eine wichtige Rolle. Viele Menschen stellen heute im Internet persönliche Kontakte her und publizieren auf verschiedensten Plattformen Informationen. Beispielsweise in Blogs, Status-Aktualisierungen oder Tweets. Auf diese Weise entsteht für jeden Nutzer ein Geflecht an relevanten Informationen, die sein soziales Umfeld öffentlich zugänglich gemacht hat. Leider sind diese Informationen auf einer einzigen Plattform nicht leicht zu finden. Deshalb starten wir heute in Google Labs und vorerst nur in Englisch die neue Testfunktion Google Social Search. Sie soll euch die Suche nach relevanten öffentlichen Informationen aus eurem weiteren sozialen Umfeld erleichtern“, so die offizielle Mitteilung im Blog „Google Produkt Kompass“.

Der Eins Live-Computerexperte hat den Dienst getestet und recht gut erläutert:

Add comment Oktober 28, 2009

Steve Jobs: Egal welchen Markt sich der Apple-Chef vorknöpft, er verändert ihn für immer – Welche Branche wird die nächste sein?

AppleDie bahnbrechenden Innovationen setzen sich meistens gegen die vorherrschenden Regeln des Marktes durch. Die Kreativität und das Spielerische der Ideenfindung steht meitens im Widerspruch mit den Beharrungskräften des etablierten Managements, das mit den Erfolgen von gestern groß geworden ist. Zu den erfolgreichsten Innovatoren, die diese Beharrungskräfte außer Kraft setzen, zählt Apple-Chef Steve Jobs. Wenn er über Arbeit oder Freizeit nachdenkt, ändert sich unser Leben. „Und ein ganzer Markt gleich mit. Jetzt braucht der Konzernchef dringend einen neuen Bestseller. Also Vorsicht, Microsoft, Sony, Nintendo und Canon“, schreibt Stern online. Die Warnung ist berechtigt. Wenn man die ins Trudeln geratene Musikindustrie betrachtet.

„Nur acht Jahre ist es her, dass Jobs bei einer Pressekonferenz im Silicon Valley den ersten iPod aus der Hosentasche zog. Heute dominiert der Winzling den US-Markt für mobile Abspielgeräte mit einem Anteil von weit über 70 Prozent. Der iPod bedeutete das Aus für einst tonangebende Handelsketten wie Virgin oder Tower Records. Und er revolutionierte die gesamte Branche. Inzwischen steht Apple für 25 Prozent aller Musikverkäufe in den USA, den Onlinemarkt hat der Konzern über seine Plattform iTunes fest im Griff. Marktanteil: fast 70 Prozent. Es ist nicht die erste Industrie, die Steve Jobs auf den Kopf gestellt hat – und es wird kaum die letzte sein. Egal welchen Markt der ‘erfolgreichste aller Vorstandschefs’ (Ex-GE-Chef Jack Welch) und ‘globale kulturelle Guru’ (‘Fortune’) sich vornimmt: Er verändert ihn für immer“, so Stern online.

Apple-Produkte prägten, wie wir mit Computern arbeiten, Musik hören, Filme anschauen oder telefonieren. Konzernchef Jobs spürt, was die Leute wollen, bevor sie es selbst wissen. „Steve hat eine phänomenale Intuition, wie man Branchen umwälzt“, sagt Paul Saffo, Zukunftsforscher aus dem Silicon Valley. „Und schon bald werden wir ein weiteres Beispiel dafür sehen.“ Aber welche werden das sein?

Mich interessiert Eure Meinung für weitere Recherchen, um einen Beitrag für NeueNachricht zu schreiben.

Die Auguren würden Jobs und Apple so ziemlich alles zutrauen: ein Mini-Notebook, eine Spielkonsole, sogar einen Internetfernseher. Wird er die Tageszeitungen endgültig in die Knie zwingen mit einem phantastischen E-Book-Reader? Instinkt, Vision und Ästhetik sind der Dreiklang des Apple-Erfolgs. Zukunftsforscher Saffo äußert sich euphorisch über neue Großtaten von Jobs: „Ich garantiere, dass der iPad für Filme, Spiele, Zeitungen und Bücher das sein wird, was der iPod für Musik war. „Neue Impulse könnte der bisher eher schwierige Markt für Tablet-Computer in der Tat gut gebrauchen. Die Rechner, die mit kleinen Plastikstiften bedient werden, unterscheiden sich zu wenig von anderen Rechnern, um die relativ hohen Preise zu rechtfertigen.

„Apple wird weiterhin gute Hardware und noch bessere Software bauen, die alle eines der größten Assets des Apple-Konzernes bedienen werden: iTunes. Denn das Zeitalter der digitalen On-Demand-Medien, seien es Musikstücke, Zeitungen, Filme, Software oder Bücher hat gerade erst begonnen. Ich bin mir sicher, dass wir uns in 2-3 Jahren das Entertainment-Programm mittels itunes sowohl auf Settop-Boxen, Internet-TVs, Readern, Netbooks oder über mobile Endgeräte zusammenstellen,“ so die Einschätzung von Björn Behrendt Geschäftsführer von Service-Community.net. Bitte schickt mir Eure Prognosen. gunnareriksohn@googlemail.com

Siehe auch:
Apple und die Macht einer Vision – so weit sind wir davon nicht mehr entfernt!

1 comment Oktober 21, 2009

Social Media-Strategien für die Kundenkommunikation: Interessanter Artikel in t3n

FacebookDas Web 2.0 bietet Unternehmen enorme Möglichkeiten, ihre Kundenkommunikation und ihr Marketing zu verbessern. „Social Media heißt das Zauberwort, gemeint ist die persönliche und authentische Kommunikation mit Kunden auf Augenhöhe. Entscheidend dabei ist weniger die Auswahl der richtigen technologischen Tools, seien es Twitter, Facebook oder das eigene Blog, sondern vielmehr die richtige Strategie. Denn nur Unternehmen, die planvoll mit dem Thema Social Media umgehen, werden langfristig erfolgreich sein“, schreibt Johannes Kleske, strategischer Konzepter und Informationsarchitekt bei der Agentur Neue Digitale/Razorfish, in einem Beitrag für die Zeitschrift t3n.

Charlene Li und Josh Bernoff von Forrester Research haben im vergangenen Jahr mit ihrem Buch „Groundswell“ (in deutscher Ausgabe unter dem Titel „Facebook, YouTube, Xing & Co.“ erschienen). Zahlreiche Gespräche mit großen und kleinen Unternehmen über deren Erfahrungen mit Social Media wurden von Li und Bernoff auf die Formel „POST“ verdichtet. „POST“ steht dabei für People, Objectives, Strategy und Technology oder auf Deutsch: Zielgruppe, Ziele, Strategie und Technologie. „Bereits hier lässt sich ein deutlicher Unterschied in der Herangehensweise an eine Social-Media-Strategie im Unterschied zur gängigen Praxis erkennen. Für viele beginnt der Einstieg in Social Media mit Sätzen wie ‚Wir brauchen auch so ein Blog’ oder ‚Ich richte mal einen Twitter-Account ein’. Bei POST laufen Blogs und Twitter unter ‚Technology’ und stehen ganz am Ende. Erst wenn man die Zielgruppe genau kennt (People), die Herangehensweise definiert hat (Objectives) und die langfristige Richtung sowie die Auswirkungen für das Unternehmen klar sind (Strategy), machtman sich Gedanken, mit welchen Technologien und Mitteln mandas Ganze umsetzt. Dadurch wird vermieden, dass man nur Trends hinterherläuft, die gar nicht zur eigenen Strategie oder Zielgruppepassen“, so Kleske.

Um Gespräche im Social Web zu initiieren, ist es wichtig erst einmal mit dem Zuhören zu beginnen. „Nur wer sich zuerst ein Bild macht, was der Standpunkt des anderen ist und in welcher Art und Form er diesen vermittelt, kann angemessen reagieren. Viele klassische Marketing- und PR-Experten tun sich damit schwer. Aber Fakt bleibt: Wer nicht zuhört, führt keinen Dialog und wird im Social Web langfristig keinen Erfolg haben“, meint Kleske.

Für das Zuhören gibt es interessante Tools, die Unternehmen nutzbringend einsetzen können. Das fängt nach Auffassung von Kleske bei der einfachen Suche in Blogsuchmaschinen oder auf search.twitter.com an und geht bis zu ausgefeilten Buzz-Monitoring-Systemen von Anbietern wie Vico Research und Ethority, die qualitative Auswertungen zur Stimmung und Krisenfrüherkennung ermöglichen.

Twitter-BuchUm Trends aufzuspüren, eignet sich der Twitter-Dienst „What the Trend“. Er listet heiße Themen in einer verständlichen Kurzbeschreibung auf. Hat ein Thema noch keine Beschreibung, wird man ermuntert, selbst etwas zu schreiben. Siehe auch das Twitter-Buch von Tim O’Reilly und Sarah Milstein, erschienen im O’Reilly-Verlag. MicroPlaza zeigt nicht nur an, wofür sich die Leute bei Tiwtter interessieren, sondern es kann die Ergebnisse auch personalisieren und die am häufigsten erwähnten Links im Twitter-Netzerwerk anzeigen. TweetMeme http://tweetmeme.com verfolgt die verbreiteten Links und versieht sie mit einer Rangfolge. ExecTweets http://exectweets.com ist eine nützliche Sache, um zu erkunden, was in der Businesswelt los ist. Hier findet man Informationen und Details von Geschäftsleuten.

Für die Strategien im Social Web eignen sich natürlich auch Positivbeispiele anderer Firmen. So etwas wie der heilige Gral der Interaktion eines Unternehmens. Für die Einbeziehung des Kunden hat Starbucks mit der Plattform „MyStarbucksIdea.com“ einige Erfolge erzielen können. Hier kann jeder seine Wünsche an die Kaffeehaus-Kette äußern. „Dazu gehören Dinge wie ‚Günstigerer Kaffee’, ‚Mehr gesunde Snacks’ und ‚Veranstaltungstipps in der Nähe’. Bis Anfang Mai 2009 wurden über 70.000 Ideen und Wünsche geäußert“, weiß Kleske.

Das Ganze werde von einem Starbucks-Team betreut, das zu den verschiedenen Wünschen Stellung
bezieht, Hinweise auf bereits umgesetzte Wünsche gibt. Starbucks bekomme Unmengen an gewichteten Verbesserungsvorschlägen und Einblicken in die Wünsche und Vorstellung seiner Kunden.

„Auch ein Jahr nach seiner Veröffentlichung ist das POST-Framework von Forrester Research immer noch das umfassendste systematische Werkzeug, um eine Social-Media-Strategie zu entwickeln und sich so optimal für einen dauerhaften Erfolg in der Konversation im Social Web aufzustellen. Aber auch die beste Strategie bringt einem im Web wenig, wenn das eigene Produkt den Erwartungen nicht standhält und die Mitarbeiter die Kunden statt als Könige eher als notwendiges Übel sehen. Social Media kann immer nur ein Verstärker dessen sein, was die eigene Unternehmenskultur ausmacht. Unternehmen wie der Schuhhersteller „Zappos“ und die Fluglinie „Virgin America“, die ständig die Extrameile für ihre Kunden gehen, haben deshalb im Social Web außergewöhnlichen Erfolg“, so das Fazit von Kleske.

3 comments Oktober 16, 2009

Nach der Wahl ist vor der Wahl: Warum man auf Regierungswechsel gelassen reagieren kann und sich vor den „Neoliberalen“ nicht fürchten braucht

Thea DornDer Reifegrad einer Demokratie zeigt sich vor allen Dingen beim politischen Machtwechsel. Darauf hat die Schriftstellerin Thea Dorn unter Berufung auf Niklas Luhmann im ZDF-Nachtstudio hingewiesen: Niklas Luhmann sagt: „Demokratie herrscht, wenn die Opposition an die Regierung kommt, ohne das Gemeinwesen zu ruinieren“.

Nun war zwar Merkel nicht in der Opposition, aber ihr künftiger Koalitionspartner FDP. Versinken wir jetzt im Chaos, unterliegen wir dem Diktat des „neoliberalen“ Finanzkapitalismus und müssen wir mit einem sozialen Kahlschlag rechnen? Wohl kaum. Mal abgesehen davon, dass der Neoliberalismus mit Guido Westerwelle überhaupt nichts zu tun hat. Neoliberal nannten sich Geistesgrößen aus verschiedenen Ländern, die sich 1938 in Paris im Institut International de Coopération Intelellectuelle versammelten, um mit Walter Lippmann über dessen Buch „An Inquiry into the Principles of the God Society“ und die Zukunft des Liberalismus zu diskutieren. Haupttriebfeder der Runde waren politische Alternativen zum Totalitarismus von rechts und links.

Man sprach über den fundamentalen Irrtum der Philosophie des Laissez-faire, die im Kampf gegen die autoritäre Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung der Vergangenheit übersehen hatte, dass die wirtschaftliche Freiheit nicht etwas Wildwachsendes, sondern das empfindliche Geschöpf einer Rechtsordnung ist, der ein komplexes System von sittlichen Normen und Überzeugungen, von Gewohnheiten und Wertvorstellungen entsprechen muss. Die Neoliberalen beschäftigten sich mit der Frage, welche Rechtsordnung einer gerechten, freien und ergiebigen Wirtschaftsverfassung angemessen ist. Diese Intellektuellen waren keine dümmlichen Casino-Kapitalisten, skrupellosen Firmenjäger und renditesüchtigen Spekulanten. Es waren honorige und erfahrende Intellektuelle, die Konzepte für eine freie, soziale und gerechte Gesellschaft entwickelten – allerdings ohne die Attitüde der Machtanmaßung, wie wir sie in politischen Debatten häufig vernehmen müssen.

Und in 60 Jahren hat die Bundesrepublik Deutschland eine in der Geschichte des Landes einmalige politische Stabilität erreicht, die man nicht leichtfertig zerreden sollte. Schlechte Gesetze und Rechtsverordnungen, Steuergeldverschwendung, bürokratischen Ausuferungen, Willkür, Korruption, Macht- und Amtsmissbrauch verdienen eine harte politische Auseinandersetzung in der Öffentlichkeit.

LuhmannNur sollten wir deshalb nicht das gesamte Gefüge unserer Institutionen in Frage stellen. Entscheidend ist nur, wie Luhmann sagt, dass das System des politischen Gleichgewichts funktioniert und Schaden vom Gemeinwesen abgewendet wird – egal welche politische Strömung temporär das Sagen hat.

Regierungshandeln ist an Kompromisse gebunden, muss sich mit Gesetzestechnik und Verwaltungen auseinandersetzen, muss sich ständig der Öffentlichkeit stellen und die Regeln der parlamentarischen Demokratie beachten. Das politische Personal muss viele Hürden überwinden, um gestalterisch wirken zu können. Das ist anstrengend und manchmal zermürbend für die Akteure, aber gut für die Demokratie.

Add comment September 29, 2009

App-Store-War: Apple, Google, Microsoft, Nokia, RIM and now: Vodafone

App-StoreVodafone announced Vodafone 360, a new suite of web services that will be rolled out internationally across its footprint. The service is based around Vodafone People, a connected address book, and also includes Maps, Music, Search and Apps. While Vodafone 360 will be available on a variety of handsets, the operator will also launch two Vodafone 360-branded „hero“ devices, built by Samsung, which will run custom Vodafone software and are fully integrated with Vodafone 360 to offer the best possible experience.

IDC analysts John Delaney and Jonathan Arber comment:

You could be forgiven for feeling a nagging sense of déjà vu upon hearing this announcement, as superficially it recalls Nokia’ first Ovi announcement in 2007. However, there are some key differences here, the key one being that social networking is being firmly positioned as the core of Vodafone 360. Indeed, for many Vodafone customers, Vodafone People is the only portion of the new service they will be able to access at launch. Given the speed with which consumers are realising the potential of the mobile handset as a social networking platform, Vodafone has clearly seen an opportunity to use its network assets to offer its customers an enhanced experience.

With Vodafone 360, we think Vodafone is right to position itself as an aggregator as well as a service provider. Rather than attempting to position this as an entirely new social network, as Nokia did with Share on Ovi, it is instead focusing on allowing users to bring together contacts and content from their existing social networks, and to share content to these networks. This focus on enhancing, rather than replacing, customers’ social networks and services is something we expect to see more of from other operators in the coming months.
Vodafone has stated that it will be focusing on LiMo-based devices as it looks to expand its range of Vodafone 360-branded „hero“ devices. While this fits with the open platforms strategy announced at mobile world congress, it does seem somewhat of a limitation, given that only a handful of manufacturers are currently deploying LiMo. The question is whether consumers will consider the enhanced Vodafone 360 experience enough reason to choose a Vodafone handset over the current „hot“ devices. Given the increasingly fierce competition in the mid-to-high end touchscreen space, we think Vodafone will have something of a fight on its hands.

In addition to competitive positioning within its handset range, Vodafone will also need to handle the positioning of Vodafone 360 within a range of competing service portals. Though there are other examples, the one that springs immediately to mind is the Google/Android suite. Vodafone has been featuring this in its marketing of late, with an exclusive on the second Android phone, HTC’s Magic. Clearly, Vodafone will be promoting its own Vodafone 360 suite strongly. As a corollary of that, will it also start to reduce its promotion of Google/Android and other contending service suites? Doubtless, Vodafone will say that intends to offer its customers a range of options, and leave the choice to them. But marketing is all about guiding customers’ choices in the direction you want them to go – and Vodafone’s „smart pipe“ strategy demands control over the user experience for as many of its customers as possible.

Der App-Store-Krieg im Mobilfunk: Anbieter kämpfen um den Markt für bezahlte Downloads

Add comment September 24, 2009

Meinung gefragt: Wikipedia ist keine Demokratie der Geistreichen, Wikipedia ist die Diktatur der Zeitreichen.

WikipediaDer Ausspruch in der überschrift belegt sich immer mehr, wie man an der Meldung und den Meinungsbeiträgen auf NeueNachricht entnehmen kann:

So von Bernhard Steimel, Sprecher der Nürnberger Voice Days plus: „Von einer Weisheit der Vielen kann nun nicht mehr gesprochen werden. Wikipedia verabschiedet sich von den Prinzipien der sozialen Netzwerke. Von den sympathischen libertären Wurzeln der Web-Enzyklopädie bleibt nicht mehr viel übrig“, kritisiert Steimel. Wer gegen Expertokratie und institutionelle Machtstrukturen ankämpfe, könne nicht selbst eine Politik des „closed shop“. Etiketten wie Schwarmintelligenz oder Graswurzeldemokratie würden die wahren Strukturen des Netzwerkes verfälschen.

Weitere Expertenmeinungen würden mich interessieren.

Buchtipp.
Stegbauer

Add comment August 25, 2009

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