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Steve Jobs: Egal welchen Markt sich der Apple-Chef vorknöpft, er verändert ihn für immer – Welche Branche wird die nächste sein?
Die bahnbrechenden Innovationen setzen sich meistens gegen die vorherrschenden Regeln des Marktes durch. Die Kreativität und das Spielerische der Ideenfindung steht meitens im Widerspruch mit den Beharrungskräften des etablierten Managements, das mit den Erfolgen von gestern groß geworden ist. Zu den erfolgreichsten Innovatoren, die diese Beharrungskräfte außer Kraft setzen, zählt Apple-Chef Steve Jobs. Wenn er über Arbeit oder Freizeit nachdenkt, ändert sich unser Leben. „Und ein ganzer Markt gleich mit. Jetzt braucht der Konzernchef dringend einen neuen Bestseller. Also Vorsicht, Microsoft, Sony, Nintendo und Canon“, schreibt Stern online. Die Warnung ist berechtigt. Wenn man die ins Trudeln geratene Musikindustrie betrachtet.
„Nur acht Jahre ist es her, dass Jobs bei einer Pressekonferenz im Silicon Valley den ersten iPod aus der Hosentasche zog. Heute dominiert der Winzling den US-Markt für mobile Abspielgeräte mit einem Anteil von weit über 70 Prozent. Der iPod bedeutete das Aus für einst tonangebende Handelsketten wie Virgin oder Tower Records. Und er revolutionierte die gesamte Branche. Inzwischen steht Apple für 25 Prozent aller Musikverkäufe in den USA, den Onlinemarkt hat der Konzern über seine Plattform iTunes fest im Griff. Marktanteil: fast 70 Prozent. Es ist nicht die erste Industrie, die Steve Jobs auf den Kopf gestellt hat – und es wird kaum die letzte sein. Egal welchen Markt der ‘erfolgreichste aller Vorstandschefs’ (Ex-GE-Chef Jack Welch) und ‘globale kulturelle Guru’ (‘Fortune’) sich vornimmt: Er verändert ihn für immer“, so Stern online.
Apple-Produkte prägten, wie wir mit Computern arbeiten, Musik hören, Filme anschauen oder telefonieren. Konzernchef Jobs spürt, was die Leute wollen, bevor sie es selbst wissen. „Steve hat eine phänomenale Intuition, wie man Branchen umwälzt“, sagt Paul Saffo, Zukunftsforscher aus dem Silicon Valley. „Und schon bald werden wir ein weiteres Beispiel dafür sehen.“ Aber welche werden das sein?
Mich interessiert Eure Meinung für weitere Recherchen, um einen Beitrag für NeueNachricht zu schreiben.
Die Auguren würden Jobs und Apple so ziemlich alles zutrauen: ein Mini-Notebook, eine Spielkonsole, sogar einen Internetfernseher. Wird er die Tageszeitungen endgültig in die Knie zwingen mit einem phantastischen E-Book-Reader? Instinkt, Vision und Ästhetik sind der Dreiklang des Apple-Erfolgs. Zukunftsforscher Saffo äußert sich euphorisch über neue Großtaten von Jobs: „Ich garantiere, dass der iPad für Filme, Spiele, Zeitungen und Bücher das sein wird, was der iPod für Musik war. „Neue Impulse könnte der bisher eher schwierige Markt für Tablet-Computer in der Tat gut gebrauchen. Die Rechner, die mit kleinen Plastikstiften bedient werden, unterscheiden sich zu wenig von anderen Rechnern, um die relativ hohen Preise zu rechtfertigen.
„Apple wird weiterhin gute Hardware und noch bessere Software bauen, die alle eines der größten Assets des Apple-Konzernes bedienen werden: iTunes. Denn das Zeitalter der digitalen On-Demand-Medien, seien es Musikstücke, Zeitungen, Filme, Software oder Bücher hat gerade erst begonnen. Ich bin mir sicher, dass wir uns in 2-3 Jahren das Entertainment-Programm mittels itunes sowohl auf Settop-Boxen, Internet-TVs, Readern, Netbooks oder über mobile Endgeräte zusammenstellen,“ so die Einschätzung von Björn Behrendt Geschäftsführer von Service-Community.net. Bitte schickt mir Eure Prognosen. gunnareriksohn@googlemail.com
Siehe auch:
Apple und die Macht einer Vision – so weit sind wir davon nicht mehr entfernt!
1 comment Oktober 21, 2009
App-Store-War: Apple, Google, Microsoft, Nokia, RIM and now: Vodafone
Vodafone announced Vodafone 360, a new suite of web services that will be rolled out internationally across its footprint. The service is based around Vodafone People, a connected address book, and also includes Maps, Music, Search and Apps. While Vodafone 360 will be available on a variety of handsets, the operator will also launch two Vodafone 360-branded „hero“ devices, built by Samsung, which will run custom Vodafone software and are fully integrated with Vodafone 360 to offer the best possible experience.
IDC analysts John Delaney and Jonathan Arber comment:
You could be forgiven for feeling a nagging sense of déjà vu upon hearing this announcement, as superficially it recalls Nokia’ first Ovi announcement in 2007. However, there are some key differences here, the key one being that social networking is being firmly positioned as the core of Vodafone 360. Indeed, for many Vodafone customers, Vodafone People is the only portion of the new service they will be able to access at launch. Given the speed with which consumers are realising the potential of the mobile handset as a social networking platform, Vodafone has clearly seen an opportunity to use its network assets to offer its customers an enhanced experience.
With Vodafone 360, we think Vodafone is right to position itself as an aggregator as well as a service provider. Rather than attempting to position this as an entirely new social network, as Nokia did with Share on Ovi, it is instead focusing on allowing users to bring together contacts and content from their existing social networks, and to share content to these networks. This focus on enhancing, rather than replacing, customers’ social networks and services is something we expect to see more of from other operators in the coming months.
Vodafone has stated that it will be focusing on LiMo-based devices as it looks to expand its range of Vodafone 360-branded „hero“ devices. While this fits with the open platforms strategy announced at mobile world congress, it does seem somewhat of a limitation, given that only a handful of manufacturers are currently deploying LiMo. The question is whether consumers will consider the enhanced Vodafone 360 experience enough reason to choose a Vodafone handset over the current „hot“ devices. Given the increasingly fierce competition in the mid-to-high end touchscreen space, we think Vodafone will have something of a fight on its hands.
In addition to competitive positioning within its handset range, Vodafone will also need to handle the positioning of Vodafone 360 within a range of competing service portals. Though there are other examples, the one that springs immediately to mind is the Google/Android suite. Vodafone has been featuring this in its marketing of late, with an exclusive on the second Android phone, HTC’s Magic. Clearly, Vodafone will be promoting its own Vodafone 360 suite strongly. As a corollary of that, will it also start to reduce its promotion of Google/Android and other contending service suites? Doubtless, Vodafone will say that intends to offer its customers a range of options, and leave the choice to them. But marketing is all about guiding customers’ choices in the direction you want them to go – and Vodafone’s „smart pipe“ strategy demands control over the user experience for as many of its customers as possible.
Der App-Store-Krieg im Mobilfunk: Anbieter kämpfen um den Markt für bezahlte Downloads
Add comment September 24, 2009
Kochende Wut, T-Mobile und die Sehnsucht nach Tarifen für die Datennutzung: Wehret den Anfängen!
Mit dem Softwareupdate für das iPhone hat T-Mobile die Möglichkeit gesperrt, dieses iPhone als Datenmodem für Netbooks etc. zu verwenden (Tethering). FAZ-Redakteur Michael Spehr hat heute in der Rubrik Motor und Technik den Sachstand schön zusammengefaßt. „Im Internet kocht die Wut hoch. Bei Facebook wurde bereits eine Protestgruppe (der man hier beitreten und hier auch eine Petition zeichnen kann) „Hallo T-Mobile, liebe Telekom: Es reicht!“, der sich in weniger als 20 Stunden mehr als 1000 Mitglieder angeschlossen und die nun über die ‘kalte Arroganz der rosafarbenen Macht’ räsonieren“, schreibt Spehr. „Seit wann werden Verträge und deren Leistungen einer Firmware-Version angepasst“, fragt sich berechtigterweise ein Protestler. Das Ganze werde ohnehin vor Gericht landen. Der Düsseldorfer Anwalt Udo Vetter hat T-Mobile im Namen eines Mandanten aufgefordert, die „einseitige Änderung des Vertragsinhalts“ zurückzunehmen. Er droht mit einer Klage auf Schadensersatz.
Was Apple und T-Mobile veranstalten, sei keine Glanzleistung, moniert der FAZ-Redakteur. Im Kern gehe es bei den Tethering-Verträgen jedoch darum, ob es den Mobilfunknetzbetreibern künftig möglich sein wird, nicht nur das Datenvolumen abzurechnen, sondern auch die Art und Weise der Datennutzung unterschiedlich zu bepreisen. „Das wäre ungefähr so, als ob die Stadtwerke einen Aufpreis für denjenigen Strom verlangen, den der heimische Computer verbraucht und ein weiteres Extraentgelt für das Wasser eines Wannenbades fordern“, beklagt sich Spehr und hat den Nagel auf den Kopf getroffen. Wehret den Anfängen!
Add comment September 22, 2009
Kampf der Tech-Titanen: Facebook gegen Google, Google gegen Microsoft, Apple gegen Google: Jeder gegen jeden
Zur Zeit überschlagen sich ja die Nachrichten im Machtkampf um die digitale Vorherrschaft. So sieht netzwertig-Blogger Martin Weigert eine neue Frontlinie im Netz: zwischen Facebook und Google. „Zu Wochenbeginn gab Facebook die Akquisition von FriendFeed bekannt. Für fast 50 Millionen Dollar übernimmt Facebook den US-Dienst, seine zwölf Mitarbeiter und eine ganze Menge Know-how, um seine jüngst begonnene Mission erfolgreich abschließen zu können“, schreibt Weigert. Facebook wolle nicht mehr nur ein soziales Netzwerk sein, über das Nutzer mit ihren Freunden und Bekannten kommunizieren, sondern nunmehr einen Großteil der Konversation im Web beherrschen – die zwischen Freunden, Familie, Kollegen, Fans, völlig Fremden und natürlich auch Unternehmen und Organisationen. Was Twitter begonnen und in den vergangenen Monaten zum Durchbruch verholfen habe, möchte Facebook mit seinen über 250 Millionen aktiven Mitgliedern weiterführen.
„Mit dem Kauf von FriendFeed zeigt Facebook-Gründer und -CEO Mark Zuckerberg, dass er dieses Vorhaben mehr als ernst nimmt. FriendFeed vereint verschiedene innovative Funktionen, die Zuckerberg nun endlich ohne schlechtes Gewissen und ganz offiziell bei Facebook integrieren kann, um aus der einstigen sozialen Plattform einen globalen Kommunikationsdienst zu machen. Auch die seit Wochenbeginn verfügbare Echtzeitsuche geht in diese Richtung“, so der netzwertig-Blogger.
Es wäre verwunderlich, wenn Google jetzt nicht um jeden Preis versuchen würde, verlorenen Boden gut zu machen, die Versäumnisse im Social Web- und Echtzeit-Bereich aufzuholen und Facebook damit das Leben so schwer wie möglich zu machen. Mit Spannung erwartete Dienste wie Google Wave oder Google Voice werden dem Unternehmen dabei sicher helfen. Und auch eine Übernahme von Twitter könnte erneut auf den Plan kommen.
Einen entscheidenden Google-Schwachpunkt sieht auch Handelsblatt-Redakteur Thomas Knüwer beim Kampf um das Echtzeit-Netz. Hier würden die Menschen ein Thema schneller aufnehmen, als es eine Suchmaschine könne. „Und die meisten Menschen werden dann über Social Networks oder Dienste wie Twitter auf die Web-Site verlinken, die Ausgangspunkt der Nachricht war“, erläutert Knüwer. Gelinge es, diese digitale Kommunikation zu ordnen, entsteht eine neue Form der Suchmaschine, die vor allem bei Nachrichten schneller ist und bessere Ergebnisse liefert als Google & Co. Das musste auch Google-Mitgründer Larry Page auf der Zeitgeist-Konferenz einräumen: „Wir haben Schwächen, wenn es um die sekundenschnelle Erfassung von Informationen geht.“
Der Browser Chrome ist wiederum für die Google-Gründer Sergey Brin und Larry Page das Portal zu einem neuen Internet-Zeitalter. Der dahinterstehende Masterplan wird als Kampfansage an Microsoft gesehen. In Zukunft werden die Menschen einen größeren Teil ihrer Arbeit online erledigen, davon sind die beiden Milliardäre überzeugt: „Dafür bringen sie immer neue Programme heraus: Google Docs ist ein Büro-Softwarepaket, das nur noch im Netz läuft. Google Wave, eine Kombination aus E-Mail, Chat und gemeinsamer Dokumentenbearbeitung, soll die Kommunikation umkrempeln. Das schlanke Betriebssystem Chrome OS, das für diese Web-Programme optimiert ist, soll ab 2010 sogar Windows überflüssig machen. Und unter dem Label Google Apps verkauft der Konzern seine Internet-Software bereits 1000-fach an Firmenkunden“, berichtet die Wirtschaftswoche. Quasi en passant komme Google den Menschen mit den Angeboten so nah, wie es vor Kurzem noch undenkbar schien.
Der Internet-Experte Bernhard Steimel, Sprecher der Voice Days plus in Nürnberg, hält Google Wave für die entscheidende Waffe im Wettbewerb mit Microsoft. „Unter dem Zauberwort ‚Unified Communication’ sowie ‚Collaboration’ sollen Kommunikation und Geschäftsprozesse sinnvoll zusammengeführt werden. Hier liegt ein Schlüsselfaktor für erfolgreiches Wirtschaften. Mit der zunehmenden Verbreitung des Kooperationsgedankens haben sich zugleich die Anforderungen an das Management der Zusammenarbeit erhöht“, erklärt Steimel.
Interessant dürfte auch die Auseinandersetzung zwischen Apple und Google werden: Die anstehende Konfrontation zwischen Apple und Google zeigt, wie weit die Konvergenz von IT und TK, Daten und Sprache, Hard-/Software und Dienstleistungen schon geschritten ist. Viele Jahre hatte Apple seine kleine Nische neben den sogenannten „IBM-kompatiblen PC’s“ gehabt, während die „kompatible“ PC-Welt sich strikt in Hard- und Software-Anbieter differenzierte. Im zum PC gehörenden Bereich der Standard-Software war Microsoft der absolut dominierende Anbieter. Webdienstleister wie Google spielten auf einem ganz anderen Terrain, und der Mobilfunkmarkt wurde von Handy-Herstellern wie Nokia, Ericsson, Motorola etc. beherrscht.
Was sich jetzt hier abzeichnet, ist der vielzitierte Paradigmenwechsel, hier vom klassischen Software-Business zu einem komplexeren, webbasierten Dienstleistungsmodell. Nachdem der Wettbewerb von Hardware-Plattformen im Grunde schon in den 90er Jahren entschieden wurde, nämlich zugunsten der Intel-Architektur, und der Wettbewerb der Software-Hersteller bei Desktops schon lange durch ein faktisches Monopol von Microsoft abgelöst wurde, öffnet sich nun ein weiteres Schlachtfeld im Web. Apple hatte mit dem iPod und dem iTunes-Store schon vor Jahren auf diese Karte gesetzt, und diesen Erfolg mit dem iPhone weiter ausgebaut. Erfahrene Smartphone Hersteller wie Nokia mussten lernen, dass die Hardware mit proprietärer Softwareausstattung gegenüber einem Webstore-Modell, dass es dem Anwender kinderleicht macht, Inhalte und Anwendungen online zu kaufen, längst überholt ist. Microsoft ist hingegen der klassische Software-Hersteller für PC und Server, und so sind und waren die Microsoft-Anläufe zu neuen Geschäftsmodellen wie MSN und dem Mediaplayer Zune nur schwache Me-too-Versuche. Zuletzt setzte Microsoft auf die Übernahme von Yahoo, um dem Schwergewicht des Web, Google, Paroli zu bieten. Herausgekommen ist nur eine laue Partnerschaft.
Mit dem Launch des Handy-/Smartphone-Betriebssystems Android, nunmehr auch schon für Notebooks verfügbar, bereitet Google den Angriff auf das Apple-Geschäftsmodell vor. Microsoft ist da schon fast außen vor. Dazu passt auch, dass im stagnierenden PC-Markt lediglich die neuen Netbooks hohe Absatzahlen und damit schon hohe Marktanteile erreichen. Kleine, preiswerte Applikationen sowie Inhalte in kleinen Portionen, dieses Geschäftsmodell liegt dem iPod/iPhone zugrunde und wird, erweitert um Services, auch für Google funktionieren.
Der Verkauf von großen, teuren Softwarepaketen à la Microsoft ist dagegen schon das Business von gestern. Passend ergänzt wird das Apple-/Google-Geschäftsmodell von den Mobilfunknetzbetreibern, die jahrelang nach verkaufbaren Inhalten gesucht haben, sowie nach Anwendungen, die Datenverkehr in ihre 3G-Netze bringen. Alle Zeichen deuten darauf hin, dass ein Wechsel der Marktbeherrscher ansteht: Microsoft wird abgelöst, und Apple und Google und sicherlich auch weitere neue Anbieter kämpfen um eine neue Marktaufteilung.
Das Rat Race zwischen Google, Microsoft, Facebook und Apple bleibt spannend!
Facebook intensiviert Schlacht gegen Google.
War In The Valley: Apple vs. Google.
Spekulationen über die Facebook-Strategie, die ich im März veröffentlichte!

1 comment August 12, 2009
Abschied vom Tastenwahlblock – Sprachsteuerung als „Tipping Point“ des mobilen Internets
Durch das Spracherkennungs-Feature will Yahoo seine Position als zentraler Einstiegspunkt ins mobile Internet festigen. Die Applikation kann unter http://de.m.yahoo.com/voice direkt auf unterstützte Handys oder über den iTunes Store auf das iPhone heruntergeladen werden. Die Sprachsteuerung wird von Web 2.0-Pionier Tim O’Reilly http://radar.oreilly.com sogar als „Tipping Point“ gewertet: Der Begriff bezeichnet jenen Moment, in dem etwas Einzigartiges zum Normalzustand wird und einen qualitativen Umschlagspunkt markiert. „Es ist es an der Zeit, Telefone als erstklassige Geräte zu sehen, um auf das Internet zugreifen zu können, und nicht nur als Möglichkeit, Inhalte und Anwendungen umzuwidmen, die ursprünglich dazu gedacht waren, mit einer Tastatur und einem Bildschirm gelesen zu werden“, meint O’Reilly.

Tastenwahlblock auch digital nicht tot zu kriegen
„Anders als bei professionellen Tischgeräten kommt die Ausstattung von Handys mit alphanumerischen Tastaturen zwar auch vor, ist aber in der Regel wegen der beschränkten Abmessungen nicht befriedigend. Da bietet sich der Weg zum Sprachinterface an: der Ansage von Adressen oder Einträgen des Telefonbuchs in normaler Sprachform. Sinnvoll ist das beim Autofahren oder anderen Tätigkeiten, die beide Hände verlangen“, erläutert Latzel. Noch interessanter werde die Sprachsteuerung nach Ansicht von SemanticEdge-Geschäftsführer Lupo Pape, wenn Wissen über die Domäne und Dialogintelligenz hinzukommen. „Dann kann man von Sprachdialogsystemen sprechen. Das ist das, was wir mit dem Personal Assistant umsetzen. Dazu müssen die Wissensgebiete semantisch aufbereitet und Dialogstrategien hinterlegt werden. Die wichtigsten Use-Cases gilt es zu modellieren“, resümiert Pape.
2 comments Mai 26, 2009
E-Reader und der iPod-Effekt: Papier wird das neue Vinyl
Der Glaube, dass das Internet nur ein weiterer Kanal sei, „ist ja der Glaube ans Rieplsche Gesetz – der Glaube daran, dass erfolgreiche Medien sich nicht ersetzen, sondern ergänzen“, so Lobo im Interview mit dem Medium-Magazin. Das würde jetzt aber nicht mehr stimmen. „Die Tageszeitung wird das Medium sein, das als Erstes stirbt. In den USA ist es schon so weit und es wird auch in Deutschland passieren“, prognostiziert Lobo. Papier werde das neue Vinyl. Etwas für Liebhaber.
Wenn ein E-Reader auf den Markt kommt, der eine ähnliche Qualität wie der iPod habe, dann werden die Printmedien auf einen Schlag diejenigen Leser verlieren, welche die Musikindustrie verloren hat, als der iPod auf den Markt kam.

E-Reader aus Berlin
2 comments Mai 4, 2009
Die letzte Schlacht der analogen Welt
Mit dem „Heidelberger Appell“ und dem „Fair Syndication Consortium“ formieren sich Federkiel-Intellektuelle und Verleger, um das OpenAccess-Prinzip des Internets zurückzudrehen. Im Zentrum der Empörungswelle steht vor allem Google. Die Revolte erinnert ein wenig an die hilflosen Versuche der Musikindustrie, Tauschbörsen und mp3-Download-Piraterie mit, Kopierschutztechniken, strafrechtlichen Abschreckungsmaßnahmen und Abmahnterror in den Griff zu bekommen. Wenn die Musikbranche ihre Energie und Kreativität statt in Juristen eher in Marketing und Innovationen gesteckt hätte, dann wäre es ihr selbst gelungen, sich neu zu erfinden und nicht Apple. Denn mit der Plattform iTunes und den coolen Endgeräten ist es Steve Jobs gelungen, gigantische Umsätze zu machen.
Statt über Urheberrechts-Attacken gegen die Google-Ökonomie zu sinnieren, sollten Verleger, Wissenschaftler und Schriftsteller sich lieber Gedanken machen, wie man im Internet attraktive Geschäftsmodelle kreieren kann. Darauf hat der Billing-Experte Omar Khorshed von der Düsseldorfer Firma acoreus schon vor Jahren hingewiesen. „Viele Firmen sind nicht in der Lage, massenfähige Produkte mit attraktiven, einfachen und kostengünstigen Billingangeboten zu etablieren“, mahnte Khorshed. Hier werden die meisten Fehler gemacht. Wenn Verlage in Bezahldatenbanken pro Artikel zwei bis sechs Euro verlangen, haben sie den Schuss eben noch nicht gehört.
Medienprofessor Jeff Jarvis hat das in seinem Buch „Was würde Google tun“ treffend beschrieben. Das Knappheitsmodell der Wirtschaft und damit die Kontrolle über Inhalte haben ausgedient. Google hatte eben frühzeitig den Instinkt, Plattformen und Netzwerke zu schaffen, statt Inhalte zu kaufen oder zu produzieren.
Warum sollte es nicht möglich sein, auch Bücher über Anzeigen zu finanzieren? Jarvis verweist in seinem Buch auf den googeligsten Autor, denn er kennt: Paulo Coelho. Er glaubt, dass die Raubdrucke seiner Bücher in russischer, japanischer, norwegischer oder serbischer Sprache ihn zum meist übersetzten lebenden Autor gemacht hat. Die Raubdrucke waren derart hilfreich, dass Coelho auf seiner eigenen Homepage Links dazu einrichtete.
Wenn ein Coelho-Buch in Druck geht, wird mit dem Verlag auch über zahlreiche digitale Alternativen gesprochen. Beispielsweise sein Werk in voller Länge einige Wochen vor seiner Veröffentlichung ins Internet zu stellen, Auszüge in Serie für eine gewisse Zeit online zu veröffentlichen, kostenlose Videoausgaben herzugeben und vieles mehr. Seinen Blog nutzt der Schriftsteller, um seine Leser in seinen Schaffensprozess einzubeziehen und für Recherchen zu befragen – etwa zum Thema Mode und die Anziehungskraft von Markennamen. Coelho twitter sogar. „Er benutzt einen ausklappbaren Camcorder, um Fragen für sein Publikum aufzuzeichnen und sie über Seesmic.com, eine Video-Gesprächsplattform, online zu stellen“, so Jarvis. Coelho bat seine Leser sogar, einen seiner Romane zu verfilmen und Sponsoren zu suchen, um das Projekt zu finanzieren. Online verfolgt er sehr erfolgreich die Absicht, Beziehungen zu mehr Lesern aufzubauen und mehr Bücher zu verkaufen. Daran sollten sich die Unterzeichner des Heidelberger Appells ein Beispiel nehmen. Sie sollten Google nicht wie einen Feind behandeln, sondern als Verbündeten einsetzen. Denn über Google entdecken immer mehr Leser über Suchanfragen und Links neue Autoren. „Autoren erreichen hier einen immens großen Teil des Publikums, der niemals einen Buchladen betreten würde. Für Verleger und Autoren eröffnen sich neue Wege, Bücher ins Gespräch zu bringen“, resümiert Jarvis. So wie es Beispiel der Bonner Bernstein Verlag auf Facebook praktiziert.
4 comments April 27, 2009
Sprachsteuerung und elektronische Begleiter sollen Internetnutzung vereinfachen
Experten bestätigen, dass die Sprachsteuerung (nicht zu verwechseln mit den dämlichen Ansagen am Telefon „Drücken Sie 1, 2 oder 3 und warten dreitausend Jahre auf den Call Center-Agenten, der Ihnen auch nicht weiterhelfen kann) für das Surfen im Internet an Relevanz gewinnen wird. Davon sind auch die Forscher von IBM überzeugt. Die neue Technologie werde einen Veränderungsprozess einleiten und die Art und Weise beeinflussen, wie der Mensch mit Informationen und E-Commerce umgeht. „Wir wissen, dass das machbar ist, da uns bereits heute die erforderliche Technologie zur Verfügung steht, wir wissen aber auch, dass die Zeit dafür reif ist“, so IBM. In Ländern wie Indien, in denen das gesprochene Wort im Bildungswesen, in Regierungskreisen und in der Kultur eine größere Bedeutung habe als das geschriebene Wort, stellt das „Sprechen” mit dem Internet bereits alle anderen Kommunikationsschnittstellen in den Schatten.
„Gleiches geschieht bei Mobiltelefonen, die mittlerweile die PC-Anwendung übertrumpfen. Durch die Nutzung der ‚Voice Sites’ werden in Zukunft auch die Menschen ohne Zugang zu einem Computer oder Internet ebenso wie diejenigen, die weder schreiben noch lesen können, von den zahlreichen Vorteilen und Annehmlichkeiten des Internets profitieren“, betont IBM.
Eine Reduzierung der Komplexität im Netz und eine Demokratisierung des Internetzugangs erhoffen sich Computerexperten durch personalisierte, lernfähige und vertraute elektronische Begleiter. „Sie werden dann die lästigen ersten Schritte einer Identifizierung von relevanten Informationen mittels Machine-to-Machine-Kommunikation mit einzelnen Instanzen im ‚Internet der Dinge’ aushandeln“, so die Vision von Andreas Dippelhofer, Mitglied der Geschäftsführung des Düsseldorfer ITK-Dienstleisters acoreus.
Die Stimmen- und Gestenerkennung in der Google Mobile-Anwendung für das iPhone ist nach Ansicht des Sprachdialogexperten Lupo Pape schon ein vielversprechender Ansatz: „Es ist erst einmal eine Sprach- oder Diktiererkennung, die auf einer Suchmaschine und demnächst sogar auf weiteren Handyfunktionen aufsetzt. Sprachdialogsysteme werden es erst, wenn ein Wissen über die Domäne und Dialogintelligenz hinzukommen. Das ist das, was wir mit dem Personal Assistant umsetzen. Dazu müssen die Wissensgebiete semantisch aufbereitet und Dialogstrategien hinterlegt werden. Die wichtigsten Use-Cases gilt es zu modellieren“, erläutert SemanticEdge-Geschäftsführer Pape.
Einen Ausblick wagt auch Andreas Rebetzky, Sprecher des cioforums in Münchnen und CIO des Balinger Technologiespezialisten Bizerba: „In 20 bis 30 Jahren könnten beispielsweise vollständige Unternehmensinformationen auf winzigen Implantaten gespeichert werden. Sie könnten von unterschiedlichen Endgeräten ausgelesen werden, entweder von großen Touchscreens oder unterwegs per Sprachsteuerung über ein Armband mit Minidisplay.“
Intelligente Assistenten werden auch die Shopping-Welt verändern. „Dabei wird die symbiotische Verknüpfung einer neuen Technologie und einer neuen Generation von Mobilgeräten den Einkaufserfahrungen im Einzelhandel dramatische Impulse verleihen. So werden Ankleideräume bald mit digitalen Shopping-Assistenten ausgestattet sein – Touchscreens und sprachgesteuerte Kioske werden Kunden zudem die Möglichkeit eröffnen, Bekleidungsstücke und Accessoires auszuwählen als Ergänzung oder Ersatz für die bereits zusammen gestellte Garderobe“, führt IBM aus.
Die letzte Meile im Einzelhandel werde in einigen Jahren völlig anders aussehen. „Das klassische Ladengeschäft muss nicht mehr Teil des Distributionsnetzes sein. Als Konsument möchte ich nur die allernötigsten Artikel an Ort und Stelle mitnehmen. Was darüber hinausgeht, soll mir nach Hause gebracht werden. Statt weit zu fahren, damit ich zu einem großen Sortiment komme, werde ich zu einem Showroom gehen, wo man mir das ganze Sortiment zeigt – echt oder virtuell“, sagt Moshe Rappoport, IBM- Experte für Technologie- und Innovationstrends. Es müssten nicht mehr alle Artikel im Laden vorrätig sein. Es reiche vollkommen aus, alles zeigen zu können. Nicht mehr das Produkte steht im Vordergrund, sondern der Service. „Nehmen wir Kleider als Beispiel. Ich muss nicht alle Größen in allen Farben haben. Das kann ich in einem elektronischen Dressing-Room in allen Varianten ausprobieren und meine Kaufentscheidung treffen. Komme ich nach meiner Shopping-Tour wieder ins eigene Heim, wartet das Paket schon auf mich und ich kann die Kleidung anziehen“, so der Ausblick von Rappoport.
1 comment April 27, 2009







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